New York

Corona-Sorgen belasten US-Börsen

Trotz zurückgehender Corona-Zahlen in den USA bereitet die weltweite Konjunkturerholung den amerikanischen Anlegern Sorgen. Auch die Kurse in Europa und Asien sind unter Druck.
 
Finanzmärkte - Wall Street
Menschen gehen an einem Eingang des New York Stock Exchange vorbei. Die US-Börsen können sich der weltweiten Marktschwäche nicht entziehen. Foto: Richard Drew/AP/dpa

Die US-Börsen haben sich der weltweiten Marktschwäche nicht entziehen können. Wegen anhaltender Sorgen um die weltweite Konjunkturerholung infolge der Corona-Pandemie ging der Dow Jones Industrial 0,75 Prozent tiefer bei 34.421,93 Punkten aus dem Handel. Zuvor waren in Europa und Asien die Kurse teils stark unter Druck. Allerdings schaffte es der Dow, sein Minus im Verlauf in etwa zu halbieren.

Die anderen wichtigen New Yorker Indizes unterbrachen ihre jüngste Rekordrally. Der marktbreite S&P 500 fiel am Ende um 0,86 Prozent auf 4320,82 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 gab um 0,60 Prozent auf 14.722,14 Punkte nach. Anleger befürchten derzeit wegen der besonders ansteckenden Delta-Variante, dass die wieder steigenden Corona-Infektionszahlen zu einer Gefahr für die konjunkturelle Erholung werden.

Ausdruck dessen waren weiter fallende Kapitalmarktzinsen. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen fiel mit 1,25 Prozent auf den tiefsten Stand seit fünf Monaten. Marktbeobachter Edward Moya vom Broker Oanda machte die Sorgen auch an der Tatsache fest, dass der Ausschluss aller Zuschauer von den Olympischen Spielen in Tokio beschlossen wurde. Er sieht die Märkte nun vor einem weiteren Test der «Buy the dip»-Mentalität - also einem raschen Zugreifen der Anleger bei Kursrückgängen.

Im Dow waren es einige Aktien aus defensiven Bereichen wie etwa Gesundheit oder Einzelhandel, die sich wacker schlugen. Die Papiere des Pharmakonzerns Amgen und des Sportartikelkonzerns Nike waren Ausnahmen mit moderaten Gewinnen. Zum Spitzenreiter im Leitindex avancierte im späten Handel aber Boeing mit plus 2,2 Prozent. Der Flugzeugbauer kann sich Hoffnung auf eine Wiederzulassung des 737 Max in China machen kann.

Auf der anderen Seite des Dow tauchten die Banken mit größeren Abschlägen auf: JPMorgan und Goldman Sachs fielen um 1,7 beziehungsweise 2,4 Prozent. Begründet wurde dies mit der aktuellen Situation am Anleihenmarkt mit stark fallenden Renditen. Nach zuletzt starkem Lauf scheuten die Aktien von Apple einen Angriff auf den bisherigen 145-Dollar-Rekord. Nach einem Plus von fast 18 Prozent seit Anfang Juni büßten sie 0,9 Prozent ein.

Bei den Aktien chinesischer Konzerne mit US-Börsennotiz ging der jüngste Kursrutsch ungebrochen weiter, nachdem Chinas Regierung am Vortag für diese eine deutlich schärfere Kontrolle angekündigt hatte. Die Aktien des erst frisch in New York notierten Fahrdienstvermittlers Didi sackten um 5,9 Prozent ab. Dem folgten Alibaba um 3,9 Prozent nach unten.

Ein positiver Ausreißer waren unter den Nebenwerten die Aktien von Virgin Galactic mit einem Kurssprung um 17 Prozent. Firmengründer Richard Branson will am Wochenende für einen Testflug selbst in eines der Weltraumflugzeuge des Unternehmens steigen. Der britische Milliardär will mit seiner Firma kommerzielle Weltraumflüge anbieten.

Der Euro hat sich im Tagesverlauf erholt vom tiefsten Niveau seit Anfang April, das unter der Marke von 1,18 US-Dollar lag. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,1846 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1838 (Mittwoch: 1,1831) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8447 (0,8452) Euro.

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