Bamberg
Kommentar

Boschs Solarsparte: Opfer ihres eigenen Erfolgs

Bosch gibt seine Solarsparte auf. Der fatale Grund: Die Branche hat sich zu erfolgreich entwickelt.
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In einer Fabrik der Bosch Solar Energy AG präsentiert eine Mitarbeiterin in Arnstadt (Thüringen) eine Solarzelle. Jetzt steigt Bosch aus der Solarbranche aus. Foto: Martin Schutt/dpa
In einer Fabrik der Bosch Solar Energy AG präsentiert eine Mitarbeiterin in Arnstadt (Thüringen) eine Solarzelle. Jetzt steigt Bosch aus der Solarbranche aus. Foto: Martin Schutt/dpa
Letztlich wird die Solarbranche derzeit Opfer ihres eigenen Erfolges. Dass Solarzellen zur billigen Massenware werden sollen, war ja das erklärte Ziel und eine der Voraussetzungen für die Energiewende. Damit war aber auch klar, dass die Chance für die deutsche Industrie auf Dauer nicht in der Produktion von Solarzellen selbst liegt, sondern in der Weiterentwicklung der Technologie und dem Bau der entsprechenden Fertigungsmaschinen. Diese Phase ist nun schneller erreicht, als viele erwarteten.

Manche mögen sich da zu sehr auf Subventionen ausgeruht haben statt rechtzeitig neue Produkte zu entwickeln. Doch dass beim Aufbau neuer Industriezweige nach einem Gründungsboom die schmerzhafte Konsolidierung folgt, ist normal und keine Spezialität der Solarbranche. So war es vor 100 Jahren schon in der Autoindustrie und vor 20 Jahren in der IT-Branche.

Den Arbeitnehmern in den Solarfabriken hilft das wenig. Doch ist das Argument, dass die Energiewende neue Arbeitsplätze bringt, dadurch nicht hinfällig. Sie entstehen in anderen Bereichen weiterhin.