«Wir schließen nichts aus, auch keinen Streik», sagte Betriebsratschef Uwe Tschäge dem «Handelsblatt» (Dienstag). Er habe das als eine Möglichkeit für den Fall ins Gespräch gebracht, dass betrieblichen Verhandlungen scheitern sollten.

Die angeschlagene Commerzbank hatte zu Jahresbeginn angekündigt, 4000 bis 6000 der insgesamt 53 600 Arbeitsplätze (Ende 2012) zu streichen.

Inzwischen musste der Vorstand in einer Erklärung einen weniger radikalen Stellenabbau in Aussicht stellen, weil sich die Arbeitnehmervertreter weigerten, formelle Gespräche zu beginnen. Neben den Personalkürzungen will der Konzern auch die Arbeitszeiten flexibilisieren und Samstagsarbeit einführen.

Vor einem Streik bei der Commerzbank stehen rechtliche Hürden. Zu einer Arbeitsniederlegung können nur Gewerkschaften und nicht ein Betriebsrat aufrufen. Zudem sieht der gültige Tarifvertrag eine Friedenspflicht vor. «Die Friedenspflicht ist aber nicht allumfassend und überall», sagte Tschäge.