Nach Informationen von «Handelsblatt» und «Rheinischer Post» hat der Aufsichtsrat des Unternehmens Kontakt zu Obermann aufgenommen. Ein Lufthansa-Sprecher erklärte am Dienstag in Frankfurt, dass das Findungsverfahren noch nicht abgeschlossen sei. Es sei noch keine Entscheidung gefallen. Zu einzelnen Kandidaten werde man sich nicht äußern.

Der jetzige Arbeitgeber Obermanns, der Kabelnetzbetreiber Ziggo, reagierte zurückhaltend auf die Berichte. Obermann bleibe Vorstandschef von Ziggo, bis die Übernahme des Unternehmens durch Liberty Global vollständig abgewickelt sei, sagte ein Sprecher des niederländischen Unternehmens am Dienstag in Utrecht auf Anfrage. Es könne eine halbes Jahr oder auch länger dauern, bis die zuständigen Behörden den Deal vollständig absegnet hätten. An den Gerüchten sei nichts dran.

Als Favorit für die Nachfolge des spätestens im Mai ausscheidenden Vorstandsvorsitzenden Christoph Franz gilt bislang der Chef der Passagiersparte, Carsten Spohr. Obermann hatte Ende vergangenen Jahres nach sieben Jahren an der Unternehmensspitze die Deutsche Telekom verlassen. Er begründete den Weggang damals unter anderem mit dem Motiv, künftig wieder näher ans operative Geschäft und an die Kunden rücken zu wollen.

Anfang dieses Jahres wurde er Chef des niederländischen Kabelnetzbetreibers Ziggo. Das Unternehmen erwirtschaftet mit weniger als 2 Milliarden Euro Umsatz gerade einmal 3 Prozent der Erlöse der Deutschen Telekom. Seit längerem steht Ziggo auf der Kaufliste des Riesen Liberty Global, der in Deutschland bei Unity Media und Kabel Baden-Württemberg die Fäden zieht und auch Kabel Deutschland übernehmen wollte. Bei den Münchnern kam dagegen Vodafone zum Zuge.

Am Montag legte Liberty Global, das zum Imperium des texanischen Medienmoguls John Malone gehört, eine Kaufangebot in Höhe von rund 7 Milliarden Euro für Ziggo vor. Der Vorstand, einschließlich Obermann, empfahl den Aktionären die Annahme. Für Obermann bleibt Ziggo damit ein kurzes Intermezzo: Für den Fall der Übernahme hatte er sich einen vorzeitigen Ausstieg vorbehalten.