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Leverkusen

Bayer verlängert mit Baumann bis 2024

Noch hat Bayer hinsichtlich des Unkrautvernichters Roundup mit dem Wirkstoff Glyphosat in den USA keine Rechtssicherheit. Nun steuert das Unternehmen auf einen Kompromiss mit US-Klägern zu - und auf Konstanz in der Konzernleitung.
 
Werner Baumann
Bleibt an der Spitze des Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer: Werner Baumann. Foto: Oliver Berg/dpa

Anleger haben positiv auf die Vertragsverlängerung von Bayer-Vorstandschef Werner Baumann reagiert. Die Aktie des Pharma- und Agrarchemiekonzerns legte am Freitag im Leitindex Dax teils deutlich zu.

Bayer hatte nach weiteren Fortschritten im Glyphosat-Streit am Donnerstagabend die Personalie bekanntgegeben. Der Aufsichtsrat habe Baumanns Vertrag, der eigentlich zur Hauptversammlung 2021 ausgelaufen wäre, bis Ende April 2024 verlängert, teilte der Konzern in Leverkusen mit. Die Entscheidung sei einstimmig gefallen.

Im US-Rechtsstreit um angebliche Krebsrisiken des Unkrautvernichters Roundup mit dem Wirkstoff Glyphosat steuert Bayer nach eigenen Angaben auf einen Kompromiss mit US-Klägern zu. Es seien Fortschritte bei den Verhandlungen um einen überarbeiteten Vergleich erzielt worden, hieß es in der Mitteilung. Die Details sollen demnach in den kommenden Wochen endgültig vereinbart und dann dem zuständigen US-Gericht zur vorläufigen Genehmigung vorgelegt werden.

Stein des Anstoßes ist die geplante Handhabung zur Beilegung möglicher künftiger Glyphosat-Klagen. Dieser Teil des Vergleichs ist für Bayer von großer Bedeutung, um beim Thema Glyphosat künftig Rechtssicherheit in den USA zu erreichen.

Ein Aktienhändler zeigte sich hingegen von der vorzeitigen Vertragsverlängerung für Baumann überrascht. Der Manager sei für die Übernahme des US-Saatgutherstellers Monsanto verantwortlich, durch die sich Bayer auch den Ärger rund um die Glyphosat-Frage eingefangen hat. Seit Baumann im Mai 2016 die Konzernführung übernommen hat, hat sich der Kurs der Bayer-Aktie in etwa halbiert. Der Konzernchef hat sich nach eigener Darstellung selbst gewünscht, dass sein Vertrag nicht um die maximal möglichen vier Jahre verlängert wird. Er begründete dies mit seiner persönlichen Lebensplanung. Baumann arbeitet seit 1988 für Bayer, wurde 2010 in den Vorstand berufen und rückte im Mai 2016 an die Spitze des Gremiums auf.

© dpa-infocom, dpa:200910-99-512651/3