Die ersten acht bis zehn Züge will Siemens mit einjähriger Verspätung zum Winterfahrplan im Dezember an die Bahn ausliefern, der Rest soll nächstes Jahr folgen. Deutsche-Bahn-Chef Rüdiger Grube hatte am Mittwoch gesagt, als Ausgleich für die Verspätung werde über einen zusätzlichen 17. Gratis-ICE für die Bahn verhandelt. Ein solcher Zug kostet aber nur etwa 30 Millionen Euro.

Sprecher der Bahn und von Siemens lehnten am Sonntag eine Stellungnahme zu dem Bericht ab und verwiesen auf die seit längerem laufenden Gespräche. «Bild am Sonntag» berief sich auf Informationen aus Industriekreisen.

Hintergrund der Lieferverzögerungen sind ungeklärte technische Fragen und neue Genehmigungsauflagen. Diese betreffen laut Grube etwa Radsatzdrehgestelle, Klimaanlagen und Bremsen. Damit die ersten ICE am 9. Dezember fahren können, wird für den 23. November die Zulassung des Eisenbahn-Bundesamts angestrebt, die für den Inlandsbetrieb mit zwei zusammengekoppelten Zugteilen nötig ist.

Die Bahn hatte die ICE-3-Züge eigentlich für Einsätze auf internationalen Strecken bestellt, sie sollen aber jetzt zunächst die Winterreserve im Inland verstärken. Wann die ICE dann wie geplant auch in Belgien, Frankreich und nach London fahren können, ist noch offen. Laut Siemens sind alle Züge gebaut, aber das Zulassungsverfahren für Frankreich beginnt erst nächstes Jahr.