Herzogenaurach

Automobilzulieferer Schaeffler verliert Gewinn und Vorstand

Autozulieferer haben es schwer: Zoll-Drohungen, ein schwächelndes China und Probleme in Europa machen dem Automarkt zu schaffen. Dazu der Umbau vom Verbrenner zu alternativen Motoren. Der fränkische Hersteller Schaeffler spürt das, will sich aber freischwimmen.
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Schaeffler
Fahnen mit dem Schriftzug der Schaeffler AG wehen am Rande der Hauptversammlung. Foto: Daniel Karmann/dpa

Der von der Krise im Automobilgeschäft getroffene Zulieferer Schaeffler meldet schwache Gewinnzahlen und verliert auch noch seinen Finanzchef.

Dietmar Heinrich werde seinen bis Ende Juli 2020 laufenden Vertrag bei Schaeffler nicht verlängern, teilte das Unternehmen am Firmensitz im fränkischen Herzogenaurach mit. Schaeffler nannte persönliche Gründe Heinrichs für die Entscheidung. Sowohl Gesellschafter Georg F.W. Schaeffler als auch Vorstandschef Klaus Rosenfeld bedauerten den Schritt Heinrichs, der seit 25 Jahren im Unternehmen arbeitet und seit 2017 Finanzvorstand ist. Einen Nachfolger nannte Schaeffler noch nicht.

In den ersten neun Monaten des Jahres 2019 schaffte Schaeffler trotz der Schwierigkeiten in der Branche zwar einen Umsatz auf der Höhe des Vorjahreszeitraumes, musste aber beim Gewinn erheblich Federn lassen. Der Automobil- und Industriezulieferer setzte 10,84 Milliarden Euro um, um Vorjahr waren es 10,71 Milliarden Euro. Der leichte Anstieg ist Währungsschwankungen zu verdanken, um diese bereinigt lag der Umsatz um 0,1 Prozentpunkte unter dem Vorjahr.

Die Märkte hatten noch deutlichere Rückgänge erwartet - und quittierten die Zahlen aus Herzogenaurach mit einem kräftigen Kursplus für die im S-Dax notierte Schaeffler-Aktie. Positiv wurde vermerkt, dass das schwächelnde Geschäft mit den Automobilherstellern im dritten Quartal wieder leicht anzog. «In einem anhaltend schwierigen Marktumfeld haben wir im dritten Quartal gut abgeschnitten», sagte Vorstandschef Rosenfeld. Die Effizienzprogramme in allen drei Sparten würden konsequent umgesetzt. Auch Finanzchef Heinrich will in seinen letzten Monaten bei Schaeffler das Geld zusammenhalten: «Auch im letzten Quartal wird unser Fokus konsequent auf eine starke Kosten- und Kapitaldisziplin gerichtet sein», betonte er.

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) brach ein. In den ersten neun Monaten verdiente das fränkische Unternehmen den Angaben zufolge 795 Millionen Euro, im vergangenen Jahr waren es mit 1,149 Milliarden Euro noch fast ein Drittel mehr. Alleine 88 Millionen Euro ließ sich Schaeffler bisher ein Restrukturierungsprogramm kosten, das unter anderem auch mit dem Abbau von Personal einhergeht. Das Konzernergebnis ging sogar um 36 Prozent nach unten und betrug in den ersten neun Monaten des Jahres nur noch 485 Millionen Euro.

Während das Amerika-Geschäft mit meinem Wachstum von 7,6 Prozent boomte und die Operationen in der Asien-Pazifik-Region und China noch immer leicht wuchsen, ging der Umsatz in Europa um 3,6 Prozent zurück. Auch für das Gesamtjahr rechnet Schaeffler mit einem Umsatz um das Vorjahresniveau und einer deutlich schwächeren Ergebnismarge.