«Ich persönlich will mich darüber hinaus im Rahmen des Restrukturierungsprozesses finanziell beteiligen», schrieb Asbeck am Mittwoch im Quartalsbericht des Unternehmens. Wieviel Geld Asbeck nachschießen will, wollte ein Firmensprecher nicht sagen.

Mit dem geplanten 95-prozentigen-Kapitalschnitt zur Sanierung des Solarmodulherstellers würde sich Asbecks Anteil am Unternehmen von derzeit 28 auf 1,4 Prozent reduzieren.

Es wird erwartet, dass Asbeck Anteile nachkauft, um seinen Anteil wieder zu erhöhen. Dabei gehe es um einen «sehr ordentlichen Betrag», hieß es in Börsenkreisen, ohne dass Zahlen genannt wurden.

Im ersten Vierteljahr hatte das einstige Vorzeigeunternehmen der Branche vor allem in Deutschland weiter an Boden verloren. Der Konzernumsatz brach von 170,5 Millionen Euro auf 112,2 Millionen Euro ein, das Ergebnis verschlechterte sich deutlich von minus 0,3 Millionen Euro auf minus 40 Millionen Euro.

Diese Zahlen hatte Solarworld bereits am Dienstag in einer Pflichtmitteilung für die Börse mitgeteilt. Geringere Absatzmengen und Preisdruck setzen dem Konzern zu. Hinzu kam der lange Winter, der den Solarmodulabsatz schmälert.

Für das Gesamtjahr strebe Solarworld eine Steigerung des Absatzes an, heißt es im Quartalsbericht. Der Umsatz werde auf Vorjahresniveau bleiben und Solarworld rechne mit einem negativen operativen Ergebnis.

2012 hatte das Unternehmen unter dem Strich rund 477 Millionen Euro Verlust geschrieben. Solarworld hat aktuell rund 900 Millionen Euro Schulden, verfügte aber Ende März zugleich über gut 180 Millionen Euro liquide Mittel. «Wir haben ein Schuldenproblem, kein Liquiditätsproblem», sagte ein Sprecher.

Die Risikolage des Unternehmens sei weiter hoch, so der Vorstand. Grundvoraussetzung für eine positive Zukunft sei eine erfolgreiche Restrukturierung der Schulden. Vergangene Woche war eine erste Versammlung von Anleihegläubigern in Bonn ohne greifbares Ergebnis geblieben. 

Das in Schieflage geratene Unternehmen will bis zum August die Gläubiger für ein Sanierungskonzept gewinnen.