Importartikel
Konjunktur

Arbeitsmarkt ist Topthema bei Verbrauchern

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt wird nach Einschätzung des GfK-Experten Rolf Bürkl in diesem Jahr entscheidend für die Entwicklung des privaten Konsums sein.
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Ein Bewilligungsbescheid des Arbeitsamtes für die Zahlung von Arbeitslosengeld wird in Frankfurt am Main abgestempelt. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
„Das ist das Topthema für die Verbraucher“, sagte er in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Nürnberg. Dagegen spiele die Inflation nahezu keine Rolle mehr. Im vergangenen Jahr hatten noch Preissteigerungen für Energie und Lebensmittel die Konsumneigung entscheidend beeinflusst.
Sollte sich die Arbeitsmarktsituation rapide verschlechtern, so würde dies auch auf die Konsumstimmung durchschlagen. „Die Angst vor Arbeitslosigkeit hat sich noch immer als Konsumbremse herausgestellt“, sagte der Experte von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Bislang habe sich die Verbraucherstimmung vom Konjunkturpessimismus vieler Wirtschaftsinstitute aber noch nicht anstecken lassen.
Die aktuelle Einkommensentwicklung sei verhältnismäßig gut. „Wir zehren von den guten Tarifabschlüssen des vergangenen Jahres“, sagte Bürkl. Außerdem sei die Inflationsrate gering. „Die niedrigen Benzinpreise machen gute Stimmung“, sagte er. Die Konjunkturpakete sorgten zusätzlich für eine Entlastung der Bürger. Ein weiterer „Geldsegen“ warte auf die Verbraucher durch Rückzahlungen nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Pendlerpauschale.
Die Abwrackprämie für alte Autos war nach Bürkls Einschätzung in der gegenwärtigen Situation der Autoindustrie ein richtiger Schritt, um die Nachfrage anzukurbeln und den Konsum zu stimulieren. „Der Verbraucher weiß derartige Anreize zu schätzen“, sagte er. In vielen Haushalten sei durchaus Geld vorhanden, das auf diese Weise für den Konsum aktiviert werde. Den gesamtwirtschaftlichen Effekt dürfe man allerdings nicht überschätzen.