Das Geschäft wuchs langsamer als früher, zudem stagnierte der Gewinn - wenn auch bei beträchtlichen 13,1 Milliarden Dollar (9,6 Mrd Euro). Die Anleger ließen die Aktie am Dienstag zeitweise um mehr als 7 Prozent fallen.

Es half auch nichts, dass Konzernchef Tim Cook bekräftigte, Apple werde dieses Jahr wie angekündigt in eine neue Produkt-Kategorie vorstoßen. Genug Geld dafür ist vorhanden: Die Reserven schwollen durch die Weihnachtsverkäufe auf 158,8 Milliarden Dollar an. Der streitlustige Investor Carl Icahn, der auf diesen Geldberg schielt, kaufte nach dem Kurssturz Aktien für weitere 500 Millionen Dollar zu.

«Wir sind sehr zufrieden», erklärte Cook am Unternehmenssitz in Cupertino. Apple investiere weiterhin kräftig in neue Produkte und Dienste. Wie immer vermied er es, in die Details zu gehen. In einem ungewöhnlichen Schritt deutete Cook zwar Pläne für ein mobiles Bezahlsystem an. Hinweise auf künftige Geräte gab es aber nicht. Schon seit längerem wird etwa über einen Apple-Fernseher, eine Computer-Uhr oder iPhones mit größerem Display spekuliert.

Apple setzte von Oktober bis Dezember 51,0 Millionen iPhones ab gegenüber 47,8 Millionen im Vorjahreszeitraum. Das war ein neuer Rekord. Die meisten Analysten hatten jedoch noch höhere Verkäufe erwartet. Cook räumte ein, Apple habe in Nordamerika die Nachfrage nach dem Spitzenmodell 5s unterschätzt. Damit signalisierte er auch, dass das etwas günstigere bunte iPhone 5c ohne Fingerabdruck-Scanner schlechter ankam als gedacht.

«Es dauerte einige Zeit, bis wir genügend iPhone 5s auf Lager hatten», sagte Cook in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Er hatte die zwei neuen iPhones im September präsentiert. Im Oktober folgten das iPad Air sowie ein iPad mini mit besserem Bildschirm. Von den iPads gingen 26,0 Millionen raus nach zuvor 22,9 Millionen. Auch das war ein Rekord.

Bei Smartphones und Tablet-Computern wollen inzwischen viele Rivalen ein Stück vom Kuchen abhaben. Neben etablierten Spielern wie dem südkoreanischen Smartphone-Primus Samsung drängen vermehrt chinesische Konzerne wie Lenovo oder Huawei auf den Markt. Nach jüngsten Zahlen des Marktforschers IDC setzte Primus Samsung im Weihnachtsquartal 82 Millionen Smartphones ab. Im gesamten vergangenen Jahr knackte der Smartphone-Markt demnach erstmals die Milliarden-Marke.

Von seinen Mac-Computern verkaufte Apple dank neuer Modelle 4,8 Millionen nach 4,1 Millionen im Vorjahreszeitraum - und das in einem rückläufigen Computermarkt. Der Mac feierte gerade seinen 30. Geburtstag. Auch das Geschäft mit iTunes und anderen Diensten lief besser als im Vorjahreszeitraum. Einzig der Musikplayer iPod büßte weiter an Popularität ein.

Insgesamt konnte Apple den Umsatz in dem Ende Dezember abgeschlossenen ersten Geschäftsquartal um 6 Prozent auf den Rekordwert von 57,6 Milliarden Dollar (42,1 Mrd Euro) hochschrauben.

Auch mit dem Ausblick auf das laufende Quartal enttäuschte Apple die Börsianer. Der Aktienkurs liegt nun mit etwas über 500 Dollar um fast ein Drittel unter dem Höchstwert vom September 2012. Dies dürfte Wasser auf die Mühlen des Großaktionärs Icahn sein, der Apple seit geraumer Zeit dazu drängt, mehr eigene Aktien zurückzukaufen. Das treibt gewöhnlich den Kurs.

Apple lehnt das Ansinnen bislang ab mit dem Hinweis auf den bereits laufenden Aktienrückkauf und die Dividendenzahlungen. Alleine im Weihnachtsquartal flossen nach Angaben von Finanzchef Peter Oppenheimner 7,7 Milliarden Dollar an die Anteilseigner. Icahn verstärkte am Dienstag jedoch den Druck, indem der mitteilte, er habe für eine halbe Milliarde Dollar weitere Aktien erworben und damit seinen Anteil aufgestockt. Vergangene Woche hatte Icahn den Wert seiner Beteiligung bereits auf 3,6 Milliarden Dollar beziffert.