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Bio-Supermarkt

"Zeichen der Wertschätzung" in Corona-Krise: Alnatura erhöht Mindestlohn auf 13 Euro

Der Bio-Supermarkt "Alnatura" hat den Mindestlohn auf 13 Euro angehoben. Der Geschäftsführer spricht von einem "Zeichen der Wertschätzung". Hat die Maßnahme Einfluss auf die Mindestlohn-Debatte in Deutschland?
 
"Alnatura" erhöht ab Oktober 2020 den internen Mindestlohn. Foto: Thommy Mardo

"Alnatura" erhöht den Mindestlohn für Angestellte auf 13 Euro. Ab Oktober sollen Mitarbeiter einen Euro mehr pro Stunde erhalten - bisher lag der Mindestlohn im Unternehmen bei zwölf Euro. Damit reagiert "Alnatura" bereits im Oktober 2020, bevor im Januar 2021 der Mindestlohn in Deutschland allgemein erhöht werden soll: Allerdings auf ein deutlich niedrigeres Lohnniveau. 

Von der Mindestlohnerhöhung profitieren mehr als 400 Angestellte, insbesondere ungelernte Mitarbeiter. "Die Erhöhung der Einkommen ist ein Zeichen der Wertschätzung für die außerordentlichen Leistungen unserer Kolleginnen und Kollegen", sagt "Alnatura"-Geschäftsführer Rüdiger Kasch. 

13-Euro-Mindestlohn: "Alnatura" setzt Zeichen

Ab dem 1. Januar 2021 soll der allgemeine Mindestlohn in Deutschland von 9,50 Euro auf 10,45 Euro erhöht werden.

Die Mindestlohnerhöhung bei "Alnatura" greift scharfe Kritik aus der Opposition auf. Linken-Chef Bernd Riexinger hatte zuletzt gewarnt: "Das Elend mit dem Mindestlohn-Geiz geht weiter", sagte er der Augsburger Allgemeinen. Statt einen Mindestlohnlohn festzulegen, der nach dem Berufsleben ein Leben oberhalb der Armutsgrenze ermögliche, gebe es weiterhin nur Centbeträge als Erhöhung, so Riexinger. Er forderte: "13 Euro pro Stunde sind notwendig, um eine Rente oberhalb der Grundsicherung zu erreichen."

Auch Christoph Schmidt, früherer Chef der Wirtschaftsweisen, sieht das ähnlich: "Die Folgen der Corona-Pandemie stellen den deutschen Arbeitsmarkt bereits jetzt vor große Herausforderungen, nicht zuletzt, weil sie die Existenz vieler Unternehmen gefährden", sagte er der Rheinischen Post

Der "Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB)", der an den Verhandlungen in der Mindestlohnkommission beteiligt war, bewertet die Mindestlohnerhöhung positiv: "Das ist ein deutlicher Schritt, um schneller zu den geforderten 12 Euro zu kommen", sagt "DGB"-Vorstandsmitglied Stefan Körzell. 

tu