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Neuer Thermomix-Klon von Aldi: So reagiert Supermarkt-Konkurrent Lidl

Der Genuss eines Thermomix kostet den Nutzer im Normalfall bis zu 1400 Euro. Mit einem ähnlichen Küchengerät bietet Aldi jetzt eine günstigere Alternative an. Das hat auch der Supermarkt-Konkurrent Lidl mitbekommen und stichelt nun über Social Media.
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Aldi's Thermomix-Variante überzeugt vor allem mit einem: Dem Preis. Symbolfoto: Rolf Vennenbernd/dpa
Aldi's Thermomix-Variante überzeugt vor allem mit einem: Dem Preis. Symbolfoto: Rolf Vennenbernd/dpa

Pürieren, Mixen, Zerkleinern, Karamellisieren - was kann dieser Thermomix eigentlich nicht? Der Thermomix von Vorwerk hat sich genau durch diese Vielfalt zu einem beliebten Hilfsmittel in der Küche gemausert. Für die Funktionen wird in den meisten Fällen aber auch ein stolzer Preis verlangt: Bis zu 1400 Euro kann das Gerät kosten.

Unglaubliche Preise bei Aldi Süd und Aldi Nord: Nur 199 Euro für den Thermomix-Klon

Ab heute, dem 21. Oktober 2019, wird ein Thermomix-Klon bei Aldi Nord und Aldi Süd zum erstaunlichen Preis von 199 Euro verkauft. Das Angebot wird auch rege genutzt. In einigen Aldi-Filialen war das Gerät bereits nach 13 Minuten vollständig vergriffen. Die Kunden standen teilweise schon eine Stunde vor Ladenöffnung vor den Geschäften. Es stellt sich jedoch trotzdem die Frage, bei einem Preisunterschied zum Original von fast 1200 Euro, ob und wie sehr die Qualität und Funktionalität des Geräts eingeschränkt ist.

Mehr Informationen und Kaufen

Bereits 2018 brachte der Supermarkt-Konkurrent Lidl eine eigene Version des Thermomix auf den Markt und konnte vor allem bei der Sicherheit des Geräts nicht punkten. Hackern fiel es leicht, die Sicherheitsbarrieren der Software zu durchdringen und das Display sowie eingebaute Mikrofone des Thermomix für sich zu nutzen.

Auch dieses Jahr möchte Lidl eine verbesserte Version ihres Thermomix-Modells herausbringen. Sie liegen mit ihrem Erscheinungsdatum, dem 5. Dezember 2019, aber weit hinter dem Konkurrenten Aldi. Doch bereits jetzt wird in den Sozialen Medien gegen Aldi geschossen und ordentlich Werbung für das eigene Produkt gemacht.

In einem neuen Instagram-Clip zeigt Lidl einen Chatverlauf, in dem eine Person darüber redet, dass sie sich am Montag (also dem ersten Verkaufstag des Aldi Thermomix) einen Thermomix anschaffen möchte. Der Gesprächspartner reagiert daraufhin entsetzt und rät, bis zum Erscheinungsdatum der Monsieur Cuisine Connect von Lidl zu warten. Der Konkurrent Aldi wird zwar nicht namentlich genannt, den kleinen Seitenhieb spürt man aber trotzdem.

Vor- und Nachteile des günstigeren Modells

Laut des Testportals gutewahl.de schneidet die günstige Thermomix-Version von Aldi aber gut ab. Der überzeugendste Punkt ist natürlich der Preis. Beim Test des Thermomix-Klons wurden verschiedene Punkte, wie zum Beispiel der Preis, die Mixmesser, Wiegefunktion, Steuerung durch Technik und der Kochprozess bewertet.

Mit knapp 200 Euro hebt sich das Gerät enorm vom hohen Kaufpreis des Thermomix ab. Dieser liegt im Schnitt bei ganzen 1350 Euro. Wie beim Original findet sich auch beim Klon eine Steuerungs- und Hilfsfunktion über das Display wieder. Um das Display nutzen zu können, muss die eigene App der Aldi-Küchenmaschine heruntergeladen werden. Über ein eigenes WLAN-Netz kann sie mit dem Gerät verbunden werden und es dann steuern.

Es gibt die Möglichkeit, verschiedene Rezepte heraus zu suchen und diese zu kochen. Man erhält eine Rezeptliste und einzelne Arbeitsschritte, welche dann nacheinander auf die Maschine übertragen werden können. So wird das Arbeiten zwar erleichtert, die Funktion kann aber nicht ganz mit dem Original mithalten. Beim Original Thermomix werden alle Arbeitsschritte direkt auf dem Geräte-Display eingeblendet. Ein weiterer Nachteil des Klons ist, dass man, während man mit dem Internet der Maschine verbunden ist, nicht auf das reguläre Internet zugreifen kann.

Wie gut kocht der Klon?

Der Kochprozess mit dem Thermomix-Klon funktioniert gut. Die Anleitungen der App sind verständlich formuliert und auch die einzelnen Arbeitsschritte sind leicht nachzuvollziehen. Schwierig wird es dann jedoch, wenn die Reinigung des Geräts ansteht. Die Elektronik am Mixtopf kann nicht abgenommen werden, weswegen der Topf nicht unter Wasser getaucht werden darf. Beim Spülen muss daher aufgepasst werden. Auch das Mixmesser lässt sich nicht allzu einfach entfernen, muss aber regelmäßig gereinigt werden, da Essensreste unter dem Messer hängen bleiben können.

Der Mixtopf des Klons fasst wie das Original 2,2 Liter. Durch eine Drehbewegung lässt er sich öffnen und schließen und ist trotz kleiner Kniffe und etwas Kraft handlich zu bedienen. Beim Zerkleinern weicheren Materialien hat das Mixmesser, welches aus vier Klingen besteht und sehr scharf ist, keine Probleme.

Es fällt jedoch auf, dass gerade bei härteren Lebensmittel, wie Nüssen, kleine Schwächen auftreten. Zum Test wurde ein Pesto gemixt, worin sich Pinienkerne befanden. Die Maschine schaffte es jedoch nicht, alle Pinienkerne zu erwischen und zu zerkleinern. Weiterhin war der Prozess des Zerkleinerns sehr laut. Es wurden bis zu 90 dbA gemessen.

Fazit: Thermomix-Klon ist gute Alternative

Insgesamt kann gesagt werden, dass die günstige Aldi-Variante des Thermomix sein Geld wert ist. Es gibt viele verschiedene Funktionen, die das Kochen vereinfachen und unterschiedlichste Gerichte möglich machen.

Auch die App-Steuerung ist ein Feature, was so nicht bei allen Thermomix-Varianten vorhanden ist. Zwar sind die einzelnen Funktionen der Maschine in ihrer Funktionalität nicht so ausgeprägt, wie beim Original und auch die Lautstärke sowie die Reinigung der Maschine lassen zu wünschen übrig, aber für den Preis von knapp 200 Euro ist das Gerät trotzdem eine würdige Alternative zum teureren Thermomix.

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