Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz bestätigte das in Ehingen: «Wir freuen uns, mit PKS einen starken neuen Betreiber für die tschechischen Märkte von Schlecker gefunden zu haben.» Bei der Schlecker-Rettung verfolge Geiwitz über diesen Verkauf hinaus weiter das Ziel, die Drogeriekette im «Gesamtpaket» anzubieten, hieß es von der Insolvenzverwaltung.

Der Kaufpreis für das tschechische Filialnetz werde nicht bekanntgegeben, erklärten beide Vertragspartner. Der Erlös werde in die Insolvenzmasse der in Deutschland insolventen Drogeriekette einfließen, sagte ein Sprecher der Insolvenzverwaltung. Die tschechischen Märkte mit rund 460 Mitarbeitern gehören zur Tochterfirma Schlecker-International GmbH und sind nicht Teil des Insolvenzverfahrens. Allerdings zählt sie zum Privatvermögen von Anton Schlecker - mit diesem haftet er im Rahmen der laufenden Insolvenz für Schlecker e.K..

Der Käufer PKS betreibt in Tschechien rund 700 Drogeriegeschäfte unter der Marke «Teta» und will mit dem Schlecker-Kauf seinen dortigen Marktanteil auf 20 Prozent steigern. «Wir planen, auf dem Markt mit mehr als einer Marke zu agieren und in diese Strategie passen die Schlecker-Filialen sehr gut hinein», sagte PKS-Vorstand Martin Morvavec laut Mitteilung der Schlecker-Insolvenzverwaltung.

Schlecker ist im Ausland bisher mit mehr als 3000 Filialen und rund 11 300 Mitarbeitern engagiert. Neben Tschechien befinden sich Schlecker-Märkte in Österreich, Spanien, Frankreich, Italien, Polen, Portugal, Belgien und Luxemburg. In Holland betreibt Schlecker eine Versandapotheke.

Im Zuge der Insolvenz hatten in Deutschland mehr als 11 000 Schlecker-Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verloren. Viele sind vor Gericht gezogen, um gegen ihre Entlassung zu klagen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit vom Mittwoch haben bisher bundesweit 800 Ex-Schlecker-Beschäftigte einen neuen Job gefunden. Weitere 1500 seien derzeit in Fortbildungen.

Derweil gehen am Donnerstag Sondierungsgespräche mit der Gewerkschaft Verdi über einen Sanierungstarifvertrag für die verbliebenen rund 13 500 Mitarbeiter weiter. Mit einem Lohnverzicht sollen sie einen Sanierungsbeitrag für Schlecker leisten.