Bamberg
Kommentar

Paydirekt: Zu wenig Händler!

So sinnvoll der Online-Bezahldienst Paydirekt für die deutschen Banken ist: Ohne zugkräftige Händler bleibt er ein Ladenhüter, meint unser Kommentator.
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Foto: Daniel Naupold/dpa
Foto: Daniel Naupold/dpa
Es ist durchaus lobenswert, dass es die Mehrheit der Banken und Sparkassen in Deutschland nun geschafft hat, sich auf ein gemeinsames Modell beim Bezahlen im Internet zu einigen. Doch diese Initiative kommt spät. Und sie agiert halbherzig. Wenn einige Institute immer noch parallel in die vor zehn Jahren gegründete Bezahlalternative Giropay investieren, so wirkt das alles andere als ein überzeugter Aufbruch in eine neue Zeit.


Datenschutz allein zieht nicht

Im Konkurrenzkampf mit dem amerikanischen Riesen Paypal darf sich die deutsche Bankenwelt keine Nachlässigkeiten mehr leisten. Deutsche Datenschutzstandards allein bringen die Kunden nicht dazu, ihre bisherige Bezahlvariante im Internet zu überdenken. Vor allem jüngere Kunden scheren sich oft nicht um ihre Daten. Das zeigen die Aktivitäten in sozialen Netzwerken. Und wer mit Paypal gute Erfahrungen gemacht hat, wird diesen kostenlosen Bezahldienst weiternutzen - Drittanbieter hin oder her.
Paydirekt steht und fällt damit, ob es den Beteiligten gelingt, zugkräftige Versandhäuser mit ins Boot zu holen. Im Moment tut sich da viel zu wenig. Bei gerade mal 60 teilnehmenden Händlern fühlt sich kein Kunde genötigt, sich bei Paydirekt zu registrieren.