Dies geht aus einer am Mittwoch vorab veröffentlichten Rede Bernankes vor, die er am Nachmittag im Rahmen einer Anhörung vor einem Kongress-Ausschuss halten wird. Insgesamt beurteilt der Fed-Chef die Lage an den Finanzmärkten günstiger als noch vor wenigen Monaten. Als Gründe nennt er zum einen die sehr großzügige Liquiditätsversorgung der Europäischen Zentralbank (EZB), die den Finanzsektor gestützt und so zu einer Beruhigung der Euro-Schuldenkrise beigetragen habe. Zudem habe die Umschuldung Griechenlands zusammen mit Spar- und Reformbemühungen die Ausgangslage Athens verbessert. Außerdem würdigte Bernanke den Fiskalpakt Europas, der eine stärkere Kontrolle der öffentlichen Haushalte ermöglichen soll.

«Obwohl Fortschritte erzielt wurden, muss mehr getan werden», schränkte der Notenbankchef ein. Er forderte, das europäische Bankensystem müsse zusätzlich gestärkt und die «Brandmauer» gegen die Schuldenkrise erhöht werden. Damit zielt Bernanke auf das Volumen des ständigen Rettungsfonds ESM ab. Derzeit soll der Fonds, der im Sommer an den Start geht, mit 500 Milliarden Euro ausgestattet werden. Gegen einen höheren Betrag meldet insbesondere Deutschland Bedenken an. Auch US-Finanzminister Timothy Geithner hatte zuletzt immer wieder eine Erhöhung des ESM-Volumens gefordert.