Berlin
Lohntransparenz

Wie viel verdienen die Kollegen? Unternehmen müssen ab Januar Auskunft geben

Verdienen die Kollegen besser? Ab dem 6. Januar haben Arbeitnehmer das Recht, eine Antwort auf diese Frage zu bekommen. Doch das gilt nicht immer.
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Verdienen die Kollegen besser? Ab dem 6. Januar haben Arbeitnehmer das Recht, eine Antwort auf diese Frage zu bekommen. Doch das gilt nicht immer. Foto: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa
Verdienen die Kollegen besser? Ab dem 6. Januar haben Arbeitnehmer das Recht, eine Antwort auf diese Frage zu bekommen. Doch das gilt nicht immer. Foto: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa

Ab dem 6. Januar ist es soweit: Arbeitnehmer haben dann das Recht zu erfahren, wie viel die Kollegen verdienen. Allerdings nur unter bestimmten Umständen - profitieren werden von dem neuen Gesetz wohl nur wenige. Die Regelungen im Überblick:


Bereits zum 6. Juli 2017 trat das von der ehemaligen Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig vorangetriebene Gesetz zur " Förderung der Transparenz von Entgeltstrukturen" in Kraft. Laut dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend soll es vor allem Frauen dabei unterstützen, ihren Anspruch auf gleiches Entgelt bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit durchzusetzen.

Konkret werden Arbeitgeber dazu verpflichtet, über ihre Lohnstrukturen Auskunft zu geben. Allerdings haben nur unter bestimmten Voraussetzungen:

 


Nur Durchschnittseinkommen


So gilt das Gesetz grundsätzlich nur bei Unternehmen mit mehr als 200 Beschäftigten. Allerdings wird keine Auskunft über das Einkommen einzelner Mitarbeiter erteilt. Vielmehr müssen Unternehmen nur das Durschnittseinkommen von fünf Kollegen mit vergleichbarer Tätigkeit mitteilen.

Wichtig dabei: Es handelt sich dabei immer um Kollegen des jeweils anderen Geschlechts. Schließlich ist das Kernziel des neuen Gesetzes, die Lohnungleichheit zwischen den Geschlechtern zu senken. Als Mann erfährt man also, wie viel Lohn fünf Kolleginnen im Durschnitt erhalten - als Frau erfährt man, wie es bei fünf männlichen Kollegen finanziell aussieht.

 

 


Nur eingeschränkte Vergleichsmöglichkeiten


In der Realität sind die Vergleichsmöglichkeiten also erheblich eingeschränkt. Schließlich werden mindestens sechs Arbeitnehmer benötigt, die eine ähnliche Position und Qualifizierung haben.

Erster Ansprechpartner für Auskünfte ist der Betriebsrat beziehungsweise der Arbeitgeber direkt. In Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern soll der Arbeitgeber in Zukunft von sich aus regelmäßig über Lohnungleichheit und Maßnahmen zur Bekämpfung berichten. Diese Berichte sollen für alle einsehbar sein.

"Faire Bezahlung von Frauen und Männern ist eine Frage der Gerechtigkeit. Da stehen alle Arbeitgeber in der Pflicht. Mit diesem Gesetz gehen wir einen weiteren wichtigen Schritt hin zu mehr Lohngerechtigkeit. Denn nur wer seine Bezahlung mit anderen im Betrieb vergleich kann, kann leichter Forderungen nach fairer Entlohnung stellen", erklärte Bundesfrauenministerin Dr. Katarina Barley das Ziel des Lohntransparenz-Gesetzes. " Unternehmen müssen in Zukunft regelmäßig berichten, wie sie Gleichstellung und Entgeltgleichheit sicherstellen wollen. Auch das ist ein echter Fortschritt hin zu mehr Gleichstellung."