Der Asteroid Bennu könnte der Erde in mehr als 150 Jahren recht nahe kommen. Auch wenn das Einschlagrisiko sehr gering ist - die Chancen einer Kollision werden mit eins zu 2700 bewertet -, zählt die amerikanische Weltraumbehörde NASA Bennu zu den gefährlichsten derzeit bekannten Asteroiden. Eine Kollision mit der Erde würde eine Sprengkraft von 1200 Megatonnen TNT entfalten, das entspricht 80.000 Hiroshima-Atombomben. Die Folgen wären fatal - nicht nur im direkten Umfeld des Einschlags, sondern weltweit.

Asteroid Bennu: Spitzname "Weltuntergangs-Asteroid"

Bennu misst 500 Meter im Durchmesser, ist tiefschwarz und komplett mit Steinen und Schotter bedeckt. Die NASA beobachtet Bennus Weg genau. Sein Spitzname: "Weltuntergangs-Asteroid". Seit 2016 verfolgt die Sonde OSIRIS Rex ("Origins, Spectral Interpretation, Resource Identification, Security-Regolith Explorer") den Asteroiden, vermisst ihn, fotografiert seine Oberfläche und erstellt 3D-Aufnahmen anhand von Laser-Abtastung.

 

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Bennu in Nahaufnahme: "Eine der größten Überraschungen"

Bennu ist übersät mit Steinbrocken, viele davon haben einen Durchmesser von mehr als einem Meter. In sieben Forschungsarbeiten in Fachblättern der "Nature"-Gruppe präsentierten Wissenschaftler neue Erkenntnisse zu Bennu, unter anderem Nahaufnahmen. Darauf ist auch zu sehen, wie Bennu aktiv Partikel ins All ausstößt. "Das ist eine der größten Überraschungen meiner wissenschaftlichen Karriere", sagte Projektleiter Dante Lauretta von der University of Arizona. Einige der Partikel umkreisen nach Angaben des Forscherteams den Asteroiden, bevor sie wieder zu dessen Oberfläche zurückkehren.

 

Entdeckt wurde Bennu im Jahr 2013 von Wissenschaftlern des Massachusetts Institute of Technology (MIT). Bennu soll sich vor etwa einer Milliarde Jahre von einem größeren Asteroiden abgespaltet haben. Wahrscheinlich hat er sich im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter gebildet.

Osiris Rex: Raumsonde auf gefährlicher Mission

Nach rund zwei Jahren und mehr als 650 Millionen zurückgelegten Kilometern war die Raumsonde Osiris Rex Anfang Dezember bei dem Asteroiden angekommen. Von der rund eine Milliarde Dollar (880 Millionen Euro) teuren Mission erhoffen sich die Wissenschaftler der NASA Erkenntnisse über die Entstehung unseres Sonnensystems.

Die vielen Felsbrocken machen es schwieriger, Bodenproben von Bennu zu nehmen. Die Sonde soll sich dem Asteroiden so weit annähern, dass sie Proben aufsaugen kann. Ursprünglich sollte dafür ein Ort gefunden werden, der auf einem Durchmesser von 50 Metern keine Hindernisse aufweist. Diesen Plan haben die Forscher aufgrund des steinigen Untergrunds nun aufgegeben und halten nach einer kleineren Zone Ausschau. 2023 soll eine Kapsel mit der Probe zur Erde zurückkehren.

Erster Kontakt: 2018 kam Osiris Rex bei Bennu an

Ein kleiner Lichtpunkt war der erste Vorgeschmack. Im August fotografierte die Sonde Osiris Rex aus einer Entfernung von rund 2,2 Millionen Kilometern erstmals ihr Ziel, den Asteroiden Bennu. "Ich weiß, auf dem Bild sieht man ihn nur als Lichtpunkt", hatte NASA-Wissenschaftler Dante Lauretta damals gesagt. "Aber ich kann Ihnen gar nicht oft genug erklären, wie viel das meinem Team bedeutet."

Auf den Vorgeschmack folgte am 3. Dezember der erste große Höhepunkt: Nach mehr als 650 Millionen zurückgelegten Kilometern kam die im September 2016 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral gestartete Sonde bei Bennu an. Nun steht der heikle Teil der Mission an.

NASA-Manager: "Macht euch bereit!"

Osiris Rex ist der erste US-Flugkörper, der sich auf den Weg zu einem Asteroiden gemacht hat und eine Probe zurückschicken soll. 2020 soll sich die etwa sechs Meter lange und 2100 Kilogramm schwere Sonde Bennu soweit nähern, dass sie eine Probe von 60 bis 2000 Gramm aufsaugen kann.

Mit fünf wissenschaftlichen Instrumenten und Kameras soll die vom US-Unternehmen Lockheed Martin gebaute Sonde den Asteroiden ausgiebig untersuchen. 2023 soll eine Kapsel mit der Probe zur Erde zurückkehren.

Bereits 2005 war die japanische Raumsonde "Hayabusa" auf einem Asteroiden gelandet und hatte 2010 die ersten je gesammelten Bodenproben eines solchen Himmelskörpers zur Erde gebracht. Es gab noch weitere Flüge zu Asteroiden, keine weitere Sonde hatte jedoch Material zur Erde zurückgebracht.

 

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Die Mission sei aufregend, sagt NASA-Manager James Garvin. "Aber bislang haben wir noch gar nichts gesehen. Wir müssen ja noch einen ganzen Asteroiden analysieren. Macht euch bereit!"

 

 

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