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Coronavirus: Hamsterkäufe bei Aldi, Lidl & Co. - viele Supermarkt-Regale leer - so reagiert der Handel

Drohen in Deutschland wegen des Coronavirus Hamsterkäufe wie aktuell in Italien? Discounter spüren aktuell bereits eine hohe Nachfrage, mancherorts sind einige Produkte bereits ausverkauft. Jetzt reagiert der Handel.
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Der Coronavirus und seine Ausbreitung zeigen erste Folgen - Supermärkte und Discounter spüren anderes "Kaufverhalten": Zu was die Angst vor dem Coronavirus führen kann, ist aktuell in Italien sichtbar. Mit Hamsterkäufen plünderten die Menschen in der Lombardei ganze Supermärkte. Vor allem Wasser und Nudeln waren innerhalb kürzester Zeit vergriffen.

Jetzt hat der Handel reagiert und gegenüber der Deutschen Presse-Agentur eine Stellungnahme zu den Hamsterkäufen und der Situation in Deutschland veröffentlicht.

Update vom 01.03.2020, 10.29 Uhr: So reagiert der Handel auf die Hamsterkäufe in Deutschland

Die Verbreitung des Coronavirus in Deutschland treibt Verbraucher zu Hamsterkäufen. Lebensmittelhändler verzeichnen eine gestiegene Nachfrage nach haltbaren Lebensmitteln und Getränken. Auch Regale mit Reinigungstüchern oder Desinfektionsmitteln sind leergeräumt. Nach Einschätzung des Handels drohen deswegen aber keine Engpässe. Die Lieferstrukturen seien effizient und gut vorbereitet, die Versorgung der Bevölkerung gewährleistet, sagte der Sprecher des Handelsverbands Deutschland, Kai Falk, am Samstag der Deutschen Presse-Agentur.

Einschränkungen bei der Warenverfügbarkeit im Handel seien bislang nicht festzustellen, sagte Falk weiter. Wie die weitere Verbreitung des Virus die Konsumstimmung und das Kaufverhalten beeinflusst, bleibe abzuwarten. Die Unternehmen seien mit den Behörden in Kontakt, um auf weitere Entwicklungen und Empfehlungen zum Schutz der Kunden und Mitarbeiter angemessen reagieren zu können.

"Wir sind in der Lage nachzuliefern", sagte der Vize-Geschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg, Günter Päts, am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. In den Supermärkten in Berlin und Brandenburg sei der Umsatz in dieser Woche allerdings um 30 bis 40 Prozent gestiegen. "Den Handel freut's", sagte Päts. Vor allem Seifen und Desinfektionsmittel seien verstärkt verkauft worden, schilderte Päts. In den Supermärkten seien haltbare Lebensmittel besonders gefragt. Besonders ein Produkt erlebt laut Päts dank Corona ein Comeback: Das Büchsenbrot. "Lange Jahre war das Brot weniger oder gar nicht gefragt", sagte er.

Ein Sprecher des Handelsverbands Bayern berichtete am Samstag in München, Lieferanten hätten ihre Lagerbestände bereits erhöht. "Auf eine erhöhte Nachfrage sind wir vorbereitet." In der Fläche sei bislang keine Zunahme an Hamsterkäufen aus Sorge vor einer Ausbreitung des Coronavirus wahrzunehmen, hieß es weiter. In Einzelfällen könne er dies aber nicht ausschließen.

Ein Blick in mehrere Lebensmittelgeschäfte in der Landeshauptstadt München bestätigt das. Während in zwei Geschäften alle Regale voll sind und die Mitarbeiterin eines Geschäftes von normaler Nachfrage spricht, sind in einem anderen Supermarkt mehrere Regale leer. So sehe es sonst nie aus, sagte ein Mitarbeiter am Samstag der dpa. Bereits seit Montag würden zahlreiche Konserven wie Nudeln aber auch Obst verstärkt nachgefragt. Weil die Lieferanten nicht mehr als die übliche Menge liefern könnten, blieben einige Regale zurzeit leer. An einem Regal hingen Zettel, die die Kunden auf die Lieferengpässe aufmerksam machten.

Ursprüngliche Meldung: Hamsterkäufe in deutschen Supermärkten

Droht uns so ein Szenario in Deutschland? Am Mittwoch noch berichtete die Deutsche Presseagentur (dpa) über das Szenario. Demnach beobachte der Großteil der deutschen Lebensmittelhändler die Lage sehr genau. Stand Mittwoch spüren aber sowohl Rewe als auch Aldi Süd und real keine "auffällige Nachfrageverstärkung". Viele halten sich an diese Checkliste und kaufen Lebensmittel für den Notfall.

"Deutlich erhöhte Abverkäufe spürbar"

Jetzt, zwei Tage später, ist die Lage eine andere: Gegenüber dem Nachrichtenportal Watson bestätigte eine Sprecherin der Kette Lidl "deutlich erhöhte Abverkäufe". Die Sprecherin sagte: "In einigen Regionen und Filialen verzeichnen wir deutlich erhöhte Abverkäufe." Genau Angaben zu den Regionen machte Lidl nicht.

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Auch bei dm fragte Watson nach: Die Nachfrage steige stark, teilte die Drogerie-Kette mit. Am meisten steige diese bei Hygieneartikeln wie Desinfektionssprays und Tüchern. "Nahezu nicht mehr verfügbar" sei der Mundschutz einer bestimmten Marke.

So reagieren die Discounter

Bei Aldi Süd registriere man die verstärkte Nachfrage nach Produkten in bestimmten Warengruppen. Betroffen sind laut Watson vor allem haltbare Lebensmittel. "Wir sind darauf vorbereitet und erhöhen entsprechend unsere Lagerbestände", so ein Aldi-Sprecher gegenüber Watson.

Alle Discounter reagieren auf die Entwicklung mit der logischen Konsequenz: Man versuche die Lagerbestände zu erhöhen und damit die Grundversorgung zu sichern. Hamsterkäufe, bei denen ganze Regale geplündert werden, seien bislang noch nicht aufgetreten. Die Versorgungssicherheit sei aktuell sichergestellt, heißt es abschließend.

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