Warnstreiks an sieben deutschen Flughäfen werden den Luftverkehr an diesem Donnerstag massiv behindern. Allein die Lufthansa hat wegen der Ausstände im öffentlichen Dienst fast 600 Flüge gestrichen und damit nahezu jede dritte geplante Verbindung. Vor allem innerdeutsche und europäische Flüge sind betroffen.

Schwerpunkt der Ausstände des Flughafenpersonals ist das größte deutsche Drehkreuz in Frankfurt, wo vom frühen Morgen bis 14.30 Uhr gestreikt werden soll. Warnstreiks sind auch an den Flughäfen in München, Düsseldorf, Hamburg, Köln/Bonn, Stuttgart und Hannover geplant. Eine von der Gewerkschaft Verdi nicht bezifferte Zahl von Mitarbeitern der Flughafenbetreiber arbeitet noch nach den Tarifbedingungen des öffentlichen Dienstes.

Die Interkontinentalflüge der Lufthansa von München sollen sämtlich stattfinden, während in Frankfurt einige bereits abgesagt wurden. Die Tochter Germanwings plant den vollen Betrieb. Der Ferienflieger Condor verlagert vier Fernflüge von Frankfurt nach Düsseldorf. Dort werde mit geringeren Auswirkungen des Ausstands gerechnet, sagte ein Condor-Sprecher. Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin strich zunächst sechs Flüge.

Zudem rief Verdi mehrere zehntausend Beschäftigte aus anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes zu Warnstreiks auf. Am Donnerstag soll es Arbeitsniederlegungen und Kundgebungen in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein sowie Thüringen geben. Die Gewerkschaft rechnet allein in Nordrhein-Westfalen mit rund 60 000 Beschäftigten, die in den Ausstand treten. Mitarbeiter der Stadtverwaltungen, Jobcenter, Sparkassen, Müllabfuhr und kommunale Kitas sollen in fast allen Städten in NRW die Arbeit niederlegen.

Verdi will mit den Aktionen Druck vor der dritten Tarifrunde ab dem kommenden Montag in Potsdam machen. In der zweiten Runde hatte es zwar eine Annäherung in einzelnen Punkten, aber insgesamt keinen Durchbruch gegeben. Die Gewerkschaften fordern, dass die Einkommen der 2,1 Millionen Angestellten im Bund und in den Kommunen um einen Betrag von 100 Euro und dann zusätzlich um weitere 3,5 Prozent steigen. Die Arbeitgeber haben bislang kein Angebot vorgelegt. dpa