Der Frühjahrsaufschwung hat nach Experteneinschätzung die Zahl der Arbeitslosen im Mai kräftig sinken lassen. Insgesamt seien in dem Monat 2,83 Millionen Männer und Frauen ohne Arbeit gewesen, berichteten Volkswirte deutscher Großbanken unter Berufung auf eigene Berechnungen. Das wären rund 105.000 weniger als im April, im Vergleich zum Vorjahr entspräche der Wert einem Rückgang um rund 100.000. Die offiziellen Arbeitslosenzahlen will die Bundesagentur für Arbeit (BA) an diesem Mittwoch bekanntgeben.

Nach Ansicht der Volkswirte profitiert der Arbeitsmarkt derzeit von der Schubwirkung des starken Wirtschaftswachstums im ersten Quartal. "Das erste Quartal war bereits stark. Das zweite Quartal dürfte ebenfalls relativ kräftig sein.
Das dürfte zu einem positiven Effekt auf dem Arbeitsmarkt im zweiten Quartal führen", urteilt etwa Volkswirt Heiko Peters von der Deutschen Bank.

Zahl der offenen Stellen ist leicht zurückgegangen

Nach Erkenntnissen der Bundesagentur zögert manches Unternehmen trotz der aktuell guten konjunkturellen Situation aber derzeit noch mit der Schaffung neuer Arbeitsplätze. Das zeige der monatlich von der BA ermittelte Stellenindex BA-X. Danach ist im Mai die Zahl der offenen Stellen sogar leicht zurückgegangen. Der Indikator für das aktuelle Stellenangebot sank im Mai um fünf Zähler auf 149 Punkte - und damit auf den niedrigsten Stand seit September vergangenen Jahres. Die Nachfrage nach Arbeitskräften bewege sich dennoch weiter auf hohem Niveau, betonte die Bundesagentur.

Für das Gesamtjahr 2014 rechnen die Arbeitsmarktexperten vorerst mit einer Fortsetzung des Jobaufschwungs. Im Jahresschnitt gehen sie von einem Rückgang der Arbeitslosigkeit um 90.000 bis 100.000 aus. Im Vorjahr war die Erwerbslosigkeit noch um mehr als 50.000 gestiegen. Die zum Wochenbeginn bekanntgewordene Sorge deutscher Arbeitsagentur-Chefs, der Arbeitsmarkt könnte im Sommer an Schwung verlieren, teilt etwa Allianz-Volkswirt Rolf Schneider nicht: "Dazu ist die konjunkturelle Antriebskraft zu groß. Der Export läuft gut, trotz des starken Euros und der politischen Turbulenzen in der Ukraine", betont der Bankenvertreter. dpa