Berlin

Vieles neu ab Dezember: Bahn stellt neues Konzept für Fernzüge vor - "Bahnsprache" soll verschwinden

In den ICEs will die Bahn kleiner, aber besser auftischen, die Intercitys sollen moderner werden: Die Bahn investiert ab Dezember in ein besseres Reisegefühl. Außerdem soll die Bahn-Sprache regionaler werden.
Artikel drucken Artikel einbetten
Neue Toilettenräume für die Intercity-1-Flotte werden bei der Vorstellung der Deutschen Bahn von neuen Produkten und Serviceangeboten gezeigt. Foto: Britta Pedersen/dpa
Neue Toilettenräume für die Intercity-1-Flotte werden bei der Vorstellung der Deutschen Bahn von neuen Produkten und Serviceangeboten gezeigt. Foto: Britta Pedersen/dpa

In den Speise- und Bistrowagen der Deutschen Bahn werden die Fahrgäste ab Dezember auf ein neues Angebot stoßen. Die Auswahl in der Speisekarte wird etwas kleiner. Dafür setzt die Bahn noch stärker auf Leibgerichte, die es aber in verfeinerten Varianten geben soll. Das Preisniveau im Bordrestaurant werde "bei gleichbleibender Qualität" gesenkt, kündigte das Unternehmen bei einer Produktpräsentation am Donnerstag in Berlin an. In welchem Umfang das geschieht, ließ die Bahn offen.

Currywurst und Chili con Carne auf der Speisekarte

Zusätzlich will die Bahn in den 650 Bordrestaurants und Bistros in ihren ICE und Intercitys für einige Wochen mit Sonderangeboten locken und zum Beispiel den Kaffee in dieser Zeit für 2,50 statt 3,00 Euro anbieten. Auf der Speisekarte sollen noch häufiger Klassiker wie Currywurst oder Chili con Carne zu finden sein, jedoch in einer modernen Variante - die Wurst etwa mit Tortilla-Streuseln, das Chili mit einem Klecks Schmand.

Weniger unterschiedliche Gerichte in der Bordküche vereinfachten die Logistik, sagte der Marketingchef der Bahn-Fernverkehrssparte, Michael Peterson. Dadurch könnten mehr von den beliebtesten Speisen eingelagert werden. So müssten Gäste seltener enttäuscht werden, wenn ihr Wunschgericht nicht mehr vorrätig sei. Auf der Speisekarte werde es eine Mischung von Snacks und Hauptgerichten geben. Alle Speisen könnten nun auch an den Platz mitgenommen werde, sagte Peterson.

"Moin, moin" und "Grüß Gott" statt Bahndeutsch

Die Bahn wolle auch ein besserer Gastgeber werden, dazu gehöre auch ein persönlicherer Auftritt. "Wir wollen die Gäste umsorgen", erläuterte die Leiterin der Service-Strategie im Fernverkehr, Ramona Fellner. Die Bordgastronomen und Zugbegleiter würden entsprechend geschult. Sie sollen weniger Bahndeutsch sprechen und dürften je nach Region die Passagiere künftig auch mit "Moin, moin" oder "Grüß Gott" begrüßen.

Bahnchef Richard Lutz hatte sich schon früher zum Angebot von Speisen und Getränken an Bord bekannt: "Solange ich Bahnchef bin, wird's Gastronomie in den Zügen geben, das ist gar keine Frage." Auf der Veranstaltung am Donnerstag sagte er, die Bahn sei bereit, die Voraussetzungen für mehr Fahrgäste in den Zügen zu schaffen, so wie das die Bundesregierung wünsche. Die Kapazitäten im Schienennetz und bei den Fahrzeugen müssten vergrößert werden.

Es sei nicht zu übersehen, "dass wir in manchen Bereichen und in bestimmten Situationen an der Grenze der Belastung angekommen sind." Mehr Kapazität sei der Schlüssel für die Lösung dieser Probleme.

Die Bahn zeigte auf der Präsentation auch, wie sie die erste IC-Generation derzeit modernisiert, damit diese Wagen noch einige Jahre im Einsatz bleiben können. Die Züge bekommen zum Beispiel Monitore, die in Echtzeit über den Fahrtverlauf, die nächsten Bahnhöfe und Anschlüsse informieren. Außerdem werden komplett neue Toiletten eingebaut.