Ein schweres Erdbeben hat am Dienstag (29.12.2020) in den Mittagsstunden Kroatien getroffen. Die Zentren der Kleinstädte Sisak und Petrinja südöstlich von Zagreb lagen in Trümmern, wie kroatische Medien berichteten. In Petrinja erschlug herabfallendes Gebälk ein zwölfjähriges Mädchen. Seismologen gaben die Stärke mit 6,4 an.

Das Epizentrum des zweiten Bebens in Kroatien innerhalb 30 Stunden lag 45 Kilometer südöstlich von Zagreb. In Petrinja berichtete ein Reporter der Tageszeitung Jutarnji List von dramatischen Szenen. Sirenen von Feuerwehr- und Ambulanzwagen hallten durch die Stadt, bald zeigte sich ein Bild der Verwüstung. Aus Angst vor weiteren Erdstößen zogen sich Bewohner in den kleinen Stadtpark zurück. Rettungsmannschaften suchten unter Trümmern nach Verschütteten.

Zwölfjährige wird von Trümmern erschlagen 

Jede Hilfe zu spät kam für ein kleines Mädchen - herabfallende Trümmer hatten es erschlagen. Bürgermeister Darinko Dumbovic bestätigte den Tod des Kindes: "Es ist schrecklich, es gibt Opfer, es gibt Verletzte. Wir sahen, wie ein Kind auf dem Hauptplatz starb", sagte er dem Nachrichtenportal 24sata.hr. 20 Bewohner der Stadt wurden mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.

Slowenien schaltete wegen des Bebens das Atomkraftwerk Krsko ab, meldete die slowenische Nachrichtenagentur STA. Es liegt unmittelbar an der Grenze zu Kroatien. Eine Abschaltung sei in solchen Situationen ein Standardvorgang, hieß es.

Es war das zweite Beben in Folge in Kroatien innerhalb von 30 Stunden. Am Montag waren im selben Gebiet Erdstöße der Stärke 5,2 und 5,0 verzeichnet worden. Im März hatte ein Erdbeben der Stärke 5,4 in Zagreb große Schäden angerichtet. Eine Jugendliche war gestorben, mehr als zwei Dutzend Menschen waren verletzt worden.