Die Schäden sind nicht immer groß, doch sie kosten die Städte im Freistaat jährlich mehrere Tausend Euro: zerschlagene Glasscheiben, Schmierereien und beschädigte Fahrkartenautomaten an Haltestellen. Immerhin, die Fahlzahlen sind in den vergangenen Jahren etwa konstant geblieben, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Und in manchen Städten herrscht gar eine "heile Wartehäuschen-Welt".

Diesen Begriff verwendet Clemens von Ruedorffer, Sprecher der Stadtwerke Straubing. Seine Stadt habe kein Problem mit Vandalismus, von Ruedorffer spricht von "unter einem Fall im Jahr". Ähnlich sei die Situation in Augsburg. "Wir führen keine Statistiken über zerbrochene Scheiben oder Graffiti, weil das so selten vorkommt", sagt Stephanie Lermen von den Augsburger Stadtwerken.


Vandalismus in Nürnberg, Würzburg und Ingolstadt

Konkretere Zahlen liegen in Nürnberg vor. In den vergangenen drei Jahren gab es in der zweitgrößten Stadt Bayerns laut der Verkehrs- und Aktiengesellschaft (VAG) jeweils mehr als 600 Fälle von Vandalismus an U-Bahn, Straßenbahn- oder Bus-Haltestellen. "Auch verglichen mit den Vorjahren ist die Zahl konstant geblieben", heißt es in einer Mitteilung der VAG. 2016 kostete es knapp 155.000 Euro, kaputte Scheiben auszutauschen und Schmierereien zu entfernen.

In Würzburg und Ingolstadt fallen dafür jährlich rund 100.000 Euro an. Richtig teuer wird es, wenn eine Anzeige der Digitalen Fahrgastinformation etwa durch Steinwürfe beschädigt wird. "Das kann 5000 bis 10.000 Euro kosten, ist aber die Ausnahme", sagt Jürgen Dornberger von der Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH. Doch auch kleinere Schäden gehen ins Geld. Laut Michael Klarner, Sprecher der Stadt Ingolstadt, kostet es zwischen 500 und 1000 Euro, eine kaputte Scheibe an einer Haltestelle zu ersetzen.


Große Schadenssumme

In München wurden 2015 insgesamt knapp 1,5 Millionen Euro für die Beseitigung von Vandalismus-Schäden fällig. "Die Summe kommt durch viele kleine, aber ärgerliche Taten zustande", erklärt Matthias Korte, Sprecher der Münchner Verkehrsgesellschaft. Für 2016 sei mit einer Schadenssumme von knapp 2 Millionen Euro zu rechnen. Damit bewege man sich aber noch auf dem Niveau der vergangenen Jahre. Der größte Teil der Kosten entstand 2015 in U-Bahn-Haltestellen und -Zügen.

Das Landeskriminalamt (LKA) in München hatte zuletzt rückläufige Zahlen von Sachbeschädigungen an Haltestellen und in Bahnhöfen sowie in Zügen und Bussen verzeichnet. Im Jahr 2015 wurden 2280 Fälle erfasst, in 932 Fällen handelte es sich um Sachbeschädigung durch Graffiti. 2014 waren es 2947 Fälle, davon 963 Graffiti-Schmierereien. Die Aufklärungsquote lag 2015 bei 16,7 Prozent. Aber: "Für 2016 ist die Tendenz steigend", sagt LKA-Sprecherin Claudia Vodermaier.