Hannover
Weihnachten

Umweltverband warnt: Die meisten Christbäume sind mit Pestiziden belastet

Bei einer Untersuchung des Bund Naturschutz wiesen die meisten Christbäume hohe Pestizidrückstände auf. Der Umweltverband gibt Tipps zu Alternativen.
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Symbolbild, Foto: Rainer Jensen dpa/lby
Symbolbild, Foto: Rainer Jensen dpa/lby
Weihnachtsbäume sind nach Angaben von Umweltschützern häufig mit giftigen Pestiziden belastet. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat nach eigenen Angaben die Nadeln von 17 Weihnachtsbäumen von einem unabhängigen Labor auf Rückstände von knapp 140 Pestiziden untersuchen lassen: Bei 13 der analysierten Bäume sei das Labor fündig geworden, teilte der Umweltverband am Donnerstag in Berlin mit.

Insgesamt hätten die Labore bei dem Test neun verschiedene Pestizide nachgewiesen, sagte BUND-Pestizidexpertin Corinna Hölzel. Fünf davon zählten "zu den gefährlichsten, die derzeit in der EU eingesetzt werden". Am häufigsten wurde demnach das Insektizid Lambda-Cyhalothrin festgestellt.

"In Weihnachtsbaumplantagen werden jede Menge Herbizide, Insektizide und Fungizide eingesetzt", sagte Hölzel. Auffällig und beunruhigend sei die hohe Mehrfachbelastung, "viele Weihnachtsbäume sind einem regelrechten Pestizidcocktail ausgesetzt". Die untersuchten Weihnachtsbäume stammten überwiegend von deutschen Plantagen und wurden stichprobenartig in Baumärkten, Gartencentern und im Straßenverkauf an 15 Orten im gesamten Bundesgebiet erworben.

Der BUND rät Verbrauchern dazu, zertifizierte Öko-Weihnachtsbäume zu kaufen, die frei von Schadstoffen seien. Öko-Bäume seien am Siegel der Anbauverbände Bioland, Naturland oder Demeter zu erkennen. Eine Alternative seien Bäume aus heimischen FSC-zertifizierten Wäldern, die nicht mit Pestiziden behandelt würden. Der Forest Stewardship Council (FSC) hat ein System zur Zertifizierung nachhaltiger Forstwirtschaft entwickelt.

Etwa 28 Millionen Christbäume werden nach Angaben des Bund Naturschutz in Bayern (BN) jedes Jahr an Weihnachten deutschlandweit verkauft. Die Mehrzahl davon stammt von Intensivplantagen, auf denen Kunstdünger und Pestizide eingesetzt werden. Hinzu kämen als weitere Umweltbelastung die langen Transportwege. BN-Waldreferent Ralf Straußberger rät daher zum Kauf eines Baumes, der aus der Region stammt - und ökologisch erzeugt wurde. "Soll es ein regional angebauter Baum sein, aber nicht unbedingt Bio, dann taugt auch das Siegel "Bayerischer Christbaum". Außerdem gibt es Aktionen von Förstern und Naturschutzgruppen, bei denen man den Baum direkt im Wald kaufen kann. Da weiß man dann genau, wo er herkommt."