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Umwelt

Umstrittenes Pflanzenschutzmittel: Regierung beschließt Glyphosat-Ausstieg

Die Verwendung von Düngemitteln und Pestiziden sind in der Landwirtschaft weit verbreitet. Zu den umstrittensten Pflanzenschutzmitteln gehört das Pestizid Glyphosat. Die Bundesregierung plant deshalb mit einem Verbot des Unkrautgifts ab dem Jahre 2023.
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Die Bundesregierung plant einen Glyphosat-Ausstieg ab 2023. Foto: Patrick Pleul/zb/dpa
Die Bundesregierung plant einen Glyphosat-Ausstieg ab 2023. Foto: Patrick Pleul/zb/dpa

In weiten Bereichen der Landwirtschaft gehören Herbizide und Pestizide zum natürlichen Repertoire eine jeden Bauern. Unter den chemischen Hilfsmitteln befinden sich oftmals giftige Substanzen, welche zwar Schädlinge und Unkraut beseitigen, aber gleichzeitig schädlich für unser Ökosystem sind.

Glyphosat: Ein umstrittenes Herbizid

Eines der bekanntesten und gleichzeitig umstrittensten Unkrautvernichtungsmittel ist das Herbizid Glyphosat. Das Pflanzenschutzmittel tötet Unkraut und andere Pflanzen ab, weswegen Naturschützer es als schädlich für die ökologische Vielfalt kritisieren. Der World Health Organization zufolge wird Glyphosat als "wahrscheinlich krebserregend beim Menschen" eingestuft.

Bundesregierung plant Glyphosat-Ausstieg ab 2023

Die Bundesregierung will die Anwendung des besonders umstrittenen Unkrautgifts Glyphosat in Deutschland zum Stichtag 31. Dezember 2023 verbieten. Dann läuft auch die Genehmigung in der EU inklusive Übergangsfrist aus, wenn die Staaten sie nicht erneut verlängern. Die geplante "verbindliche Beendigung der Anwendung" von glyphosathaltigen Mitteln steht im "Aktionsprogramm Insektenschutz", das das Bundeskabinett am Mittwoch in Berlin beschlossen hat. Das Programm weist insgesamt neun Handlungsfelder aus, das Leben von Insekten stärker zu schützen und zu erforschen.

Bereits ab 2020 soll demnach mit einer "systematischen Minderungsstrategie" die Anwendung von Glyphosat und anderen Pestiziden "deutlich" eingeschränkt werden. Geplant ist unter anderem ein Verbot für Haus- und Kleingärten, öffentliche Flächen wie Parks, sowie Einschränkungen für Bauern.

Auch die Deutsche Bahn unternimmt erste Schritte gegen die Verwendung von Glyphosat.

Glyphosat-Ausstieg sei nicht gegen Landwirte gerichtet

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) betonte, das Programm sei nicht gegen sondern mit der Landwirtschaft gemacht. Sie stellte aber klar: "Pflanzenschutzmittel werden wir immer brauchen." Biobauern etwa seien auf Fungizide angewiesen. Es müsse in der Landwirtschaft immer geschaut werden, welches Mittel wo und in welchem Umfang verwendet werde. Ziel müsse eine effektive Landwirtschaft sein, die nachhaltig arbeite. Klöckner betonte, die Landwirtschaft allein sei nicht für das Artensterben verantwortlich. Unter anderem trügen auch Bodenversiegelung und Lichtverschmutzung dazu bei.

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