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Um die Modernisierung des Schienennetzes zu finanzieren: Kommen jetzt höhere Bahnpreise?

Der Verkehrs-Staatssekretär des Bundesregierung ist für eine Erhöhung der Bahnpreise. Sein Argument: Damit könnten notwendige Investitionen für die Modernisierung des Schienennetzes finanziert werden.
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Für die Modernisierung des Schienennetzes: Der Beauftragte der Bundesregierung für den Schienenverkehr fordert eine Erhöhung der Bahnpreise. Foto: Roland Weihrauch/dpa
Für die Modernisierung des Schienennetzes: Der Beauftragte der Bundesregierung für den Schienenverkehr fordert eine Erhöhung der Bahnpreise. Foto: Roland Weihrauch/dpa

Der Beauftragte der Bundesregierung für den Schienenverkehr, Enak Ferlemann (CDU), hat die Bahn aufgefordert, ihre Preise zur Modernisierung des Netzes zu erhöhen. So könnten die nötigen Investitionen für die Schiene finanziert werden, sagte der Verkehrs-Staatssekretär der "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" ("FAS").

"Die Bahn könnte ihre Preise anheben oder die Sondertarife reduzieren", schlug er vor und fügte hinzu: "Auch die Fernbusse werden teurer. Die Zeiten des ruinösen Wettbewerbs sind vorbei." Für 19 Euro quer durch Deutschland, das könne nicht der Normalfall sein.

Ferlemann gilt als einer der schärfsten Kritiker der Bahn. Zusammen mit Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) verhandelt er mit der Spitze des bundeseigenen Konzerns, um konkrete Maßnahmen einzuleiten, damit es im ersten Halbjahr Verbesserungen für die Fahrgäste hinsichtlich Service und Pünktlichkeit gibt.

Ferlemann fordert komplette Digitalisierung des Schienennetzes

In der "FAS" forderte Ferlemann die komplette Digitalisierung des Schienennetzes - "das kostet bis 2040 jedes Jahr rund 1,5 Milliarden Euro". Damit könne auch viel Geld gespart werden, "weil auf demselben Netz mehr Züge fahren", sagte er.

Den von Bahnchef Richard Lutz vorgeschlagenen Verkauf der sehr profitablen Bahn-Auslandstochtergesellschaft Arriva lehnte Ferlemann ab. "Wenn ich die Milchkuh einmal schlachte, dann gibt sie keine Milch mehr", sagte er. Da müsste die Bahn erst einmal zeigen, wie sie die Erträge auf andere Weise erwirtschaften könne. Scheuer hatte gesagt, er stehe einem Verkauf von Arriva "offen" gegenüber.

2018 kam jeder vierte Fernzug zu spät

Wegen Staus auf dem Schienennetz, Baustellen und Mängeln bei den Fahrzeugen war 2018 im Jahresdurchschnitt jeder vierte Fernzug der Deutschen Bahn zu spät. Der Konzern verfehlte sein Ziel von 82 Prozent pünktlicher Züge deutlich. Die Bahn ist hoch verschuldet und braucht weitere Milliarden für Investitionen.

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