Sie verschonten nicht einmal ihre Mitbrüder. Hinter den dicken Mauern von Kloster Ettal herrschte jahrzehntelang ein System der Unterdrückung mit dem Ziel, den Willen der Schüler notfalls auch durch Gewalt zu brechen. Sexueller Missbrauch und schwerste körperliche oder seelische Misshandlungen gehörten zum erzieherischen Alltag in dem angesehenen oberbayerischen Klosterinternat. "Es gab eine Kultur des Schweigens und Wegsehens" - so nannte es Sonderermittler Thomas Pfister schon nach Bekanntwerden des Skandals vor drei Jahren. Seit Donnerstag liegt auch die von der Benediktinerabtei in Auftrag gegebene Studie zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der Missbrauchsfälle vor.

Die im Internat als Erzieher eingesetzten Ordensbrüder schlugen die Buben nicht nur mit Kleiderbügeln und Rohrstöcken windelweich, einige von ihnen missbrauchten die Kinder sexuell.