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Mainz am Rhein
Massentierhaltung

ZDF-Doku zeigt: Darum sollten wir Deutsche keinen Lachs mehr essen

Der Lachs: Zwischen einem beliebten Speisefisch und einer bedrohten Tierart. In großen Mengen wird der Lachs gezüchtet - auf Kosten des Wildlachses, der sich stark verringert. Eine Dokumentation zeigt nun die Probleme der "Unterwasser-Massentierhaltung".
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Hannes Jaenicke: Im Einsatz für den Lachs
Auf Vancouver Island trifft Hannes Jaenicke Dr. Alexandra Morton. Die Lachsforscherin untersucht seit mehr als 30 Jahren Wildlachse in Kanadas Flüssen. Foto: ZDF / Andre Becker

Der Lachs zählt in Deutschland zu den beliebtesten Speisefischen. Gegrillt, gebraten oder in Sushi kommt er auf den Tisch. Gleichzeitig zählt Lachs zu einer bedrohten Tierart, zunehmend verschwinden Wildlachse aus den Flüssen. In einer Dokumentation für das ZDF macht der Schauspieler und Umweltaktivist Hannes Jaenicke auf dieses Problem aufmerksam.

Um sich für bedrohte Tierarten einzusetzen, reist Hannes Jaenicke zu verschiedenen Orten, um die Lebensverhältnisse der Tiere kennenzulernen. Außerdem spricht er vor Ort mit Experten. So sind bereits einige Dokumentationen, wie die über Vögel, Geparden und Delfine entstanden. Diesmal reiste er zunächst nach Kanada, um dort einen Einblick in deren natürlichen Lebensraum zu bekommen.

Lachsfarmen und Viren bedrohen die Existenz der Wildlachse

"Warum sind uns Lachse so egal?", fragt sich Jaenicke in der neuen Dokumentation. Wilde Lachse verschwinden zunehmend aus ihrem natürlichen Lebensraum, wie es anhand eines Flusses in Kanada sichtbar wird. Dazu spricht der Schauspieler mit der Biologin Dr. Alexandra Morton, die seit mehr als 30 Jahren das Leben von wilden Lachsen erforscht. 

Als Grund für den Rückgang der Lachse macht sie unter anderem einen Virus verantwortlich, an dem sich die Fische auf dem Weg zu ihren Laichplätzen infizieren. Auf dem Weg dorthin kommen die Lachse an Lachsfarmen voller atlantischer Zuchtlachse vorbei, die das Virus in sich tragen und so die Wildlachse anstecken.

Um sich eine Zuchtlachsfarm genauer anzusehen, reist Jaenicke nach Norwegen, dem weltweit größten Zuchtlachs-Produzenten. Da die Fische dort oft auf engem Raum schwimmen und leben, ist eine rasche Verbreitung eines Virus kaum zu unterbinden. Zudem verschmutzen Futter- und Kotreste die Umwelt.

"Schamlose Lüge": Lachsfarmen retten Fischbestand in freier Wildbahn nicht

Jaenicke hat eine klare Meinung dazu: "Es gibt nur eine - wenn überhaupt - vertretbare Form der Lachszucht und das ist die an Land. Solange diese Lachsfarmen im Meer und in den Fjorden stehen, zerstören sie alles, was im freien Ozean passiert. Insofern ist das die größte Lüge der Fischfarmindustrie, dass damit der Fischbestand in freier Wildbahn geschützt oder gerettet wird. Das ist eine wirklich schamlose Lüge."

Um sich selbst für den Lachs einzusetzen, gibt es vor allem eine Möglichkeit: die eigene Ernährung anpassen. "Wenn du vor dem Kühlregal deines Supermarkts stehst, musst du in Zukunft eine andere Entscheidung treffen als heute", heißt es in der Dokumentation. Immerhin zeige die Menschheit gerade, "wie schnell sie  sich umstellen kann. Warum probieren wir das nicht auch mal beim Essen?"

Die Dokumentation von Hannes Jaenicke ist bereits in der ZDF-Mediathek verfügbar und läuft heute Abend (Dienstag, 16. Juni, 22.15 Uhr) auf ZDF im Fernsehen.