Wenn eine TV-Sendung floppt und peinlich wird, steht die Absetzung an und den Zeitungen ist das oft nicht mehr als eine kurze Meldung wert. Nicht so im Falle von "Wetten, dass..?": Diese Show und ihr Schicksal beschäftigen nämlich längst nicht mehr nur die deutschen Blätter und Feuilletons, sondern mittlerweile auch schon die US-Medien. Nachdem ein Video des Hollywood-Stars Gerard Butler (43, "Kiss the Coach") die internationale Netzwelt die Stirn runzeln lässt, hat es jetzt die US-Zeitung "The Huffington Post" kommentiert.

Es zeigt, wie der Schauspieler in der Mallorca-Ausgabe der Sendung Nüsse mit seinem Hintern zu knacken versucht, sich Eiswasser in die Hose kippen muss und dabei von Moderator Markus Lanz (44) genötigt wird, den "Erlkönig" von Goethe zu zitieren. Die Zeitung warnt: "Pass auf Russland, Deutschland ist dir dicht auf den Fernsehen, wenn es um peinliche Fernsehmomente geht!" Diese werden landläufig auch als "WTF"-Inhalte bezeichnet, was eine Abkürzung für "What The Fuck" ist, und grob übersetzt meint, dass der ratlose Zuschauer sich nur noch fragt: "Was zum Teufel soll das?!"

Selbst die renommierte US-Zeitung "The New York Times" hat schon versucht zu erklären, was hinter dem Phänomen "Wetten, dass..?" steckt. Schnell kam der Autor zu dem Schluss, dass diese seit 1981 laufende Spielshow viel über die eigenartige Kultur und den rätselhaften Humor der Deutschen aussagt. Internationale Gäste können sich nämlich nur schwer vorstellen, wie dieser mehrstündige "Wanderzirkus" zu einer TV-Institution werden konnte, dessen "bekloppte Wetten" einst bis zu 23 Millionen Zuschauer verfolgten.

Tom Hanks (56, "Cloud Atlas"), der sich vergangenen November mit Katzenmütze auf der "Wetten, dass..?"-Bühne wiederfand und Moderator Lanz in einem Kartoffelsack um ihn herum hüpfen sah, konnte es kaum fassen: "In Amerika würde man die Verantwortlichen am nächsten Tag feuern", sagte er anschließend in einem Radio-Interview. Leinwand-Größe Denzel Washington (58, "Flight") drückte es nach seinem Show-Besuch im Gespräch mit der "Stuttgarter Zeitung" so aus: "Das ist tatsächlich ein Showformat aus einer anderen Zeit".

Abschließend lassen sich die letzten Worte der "Huffington Post" zitieren: "No more needs to be said." Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.