Ein Mann namens Freiwald im Dschungel - das klingt fast nach Vorhersehung. Tatsächlich war jener Walter Freiwald (60), der heute RTLs junges TV-Publikum nicht nur mit seiner schieren Existenz, sondern auch noch mit fiesen Kommentaren verstört, einmal mit den ganz Großen unterwegs. Das war noch vor der Zeit, als er sich als eine Art skurriler Produktanpreiser beim Durchzappen ins Bild mogelte.

Als Shopping-TV-Ikone war Walter Freiwald auch Ziel von Spott - wie er bei "Switch Reloaded" veräppelt wurde, sehen Sie bei MyVideo

In diese Phase lohnt sich eine Rückblende: Denn von den späten 90er bis weit in die 00er-Jahre war Freiwald eine durchaus schillernde Figur im deutschen TV. Er war zu seinen Hochzeiten der fröhliche Fernsehkönig der Marktschreier, bei den Shopping-Sendern QVC und RTL Shop - eine Karriere aufgebaut auf einem Verkäufer-Image. Das brachte Freiwald 1999 einen "Goldenen Raab" ein. Und war doch nur die Spätfolge eine sehr langen und hoffnungsvollen Episode in Freiwalds Laufbahn: Acht Jahre lang war er zusammen mit Harry Wijnvoord (65) Stimme und Gesicht von "Der Preis ist heiß". Was heute nach TV-Trash klingt, war durchaus eine Bank im deutschen Privatfernsehen.

Und vielleicht hätte es auch anders weitergehen können für Freiwald. Denn als er damals schwungvoll Produkte anpries, galt er eigentlich als Moderationstalent und - nicht minder wichtig - fähiger Planer im Hintergrund. In den 70ern und 80ern hatte er bei RTL als Musikredakteur für Frank Elstner gearbeitet, aber auch in einem Musikverlag Künstler wie BAP und Andy Borg betreut. Er baute das Münchner Privatradio Gong mit auf und war dort Chefmoderator. 1991/92 landete er beim Radiosender Xanadu und moderierte dort im Wechsel mit keinem geringeren als Thomas Gottschalk. So ist es auf Freiwalds Homepage zu lesen. Gottschalk nennt er heute "einen alten Freund".

Gottschalk wurde zur Ikone - Freiwald verschwand in den Shoppingkanälen

All das blieb aber ein uneingelöstes Versprechen: Thomas Gottschalk etablierte sich als größter Showmaster der Republik. Freiwald machte in den 90ern noch ein bisschen mehr Radio. Dann verschwand er langsam in der Bedeutungslosigkeit der Shoppingkanäle. Im Jahr 2008 war für ihn auch dort vorerst Schluss. RTL verkaufte seinen TV-Shop. Freiwald - und mit ihm übrigens auch Dschungel-Leidensgenossin Maren Gilzer (54) - musste gehen. Das Dschungelcamp bringt ihm nun, immerhin, angeblich 70.000 Euro an Gage.

All das, der langsame Weg von einem der bekannteren Gesichter beim TV-Riesen RTL, hin zum Moderator für Gelegenheitsjobs, schwingt mit, wenn Freiwald jetzt die verbale Keule auspackt. Acht Jahre lang war er täglich im Fernsehen präsent. Hängengeblieben ist nicht der Ruhm, sondern nur das Verkäuferimage. Später ließ sich Freiwald von TV-Kameras zum Arbeitsamt begleiten. Da kann selbst Harry Wijnvoords bescheidene Restprominenz Neid erwecken. Zumal ihn der Holländer in einem Interview als "Choleriker" bezeichnet hatte.

Hinzu kam für Freiwald zuletzt Leid in der Familie: In einem Interview erzählte er RTL, seine Frau sei an einem Gehirntumor erkrankt gewesen. Vielleicht wäre es für Freiwald das Beste, sich auf die positiven Seiten zu konzentrieren: Seine Herzdame ist auf dem Weg der Besserung. Und ins Camp hat Freiwald einen alten Schnuller seines Sohnes Tim (27) mitgenommen. Da scheint doch zumindest eine Menge Vaterliebe im Dschungel-Ekel zu stecken. Vor der Show hatte Freiwald gesagt: "Vielleicht werde ich der weise Vater des Dschungelcamps oder der Pfarrer werden." Das wäre doch eine schöne Perspektive.

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