Eine Journalistin recherchiert zu einer alten Geschichte über illegale Waffengeschäfte - und liegt plötzlich tot im Wolfgangsee. Im neuen Wiener Tatort geht es vordergründig sehr politisch zu. Doch steht ihr Tod tatsächlich im Zusammenhang mit ihren Recherchen zu illegalen Waffengeschäften?

Das bewährte Duo Moritz Eisner (Harald Krassnitzer, 58) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser, 59) nimmt zum 20. Mal gemeinsam die Ermittlungen auf.

Im ARD-Sonntagskrimi wird ein Fall aufgerollt, der an die reale Historie erinnert: Die besagte tote Journalistin aus "Wahre Lügen" wird in einem Auto im Wolfgangssee gefunden, wo sie mitsamt ihrem Gefährt versenkt worden ist. An ihrer Hand klebt eine Pistole.

Der Grund: Ihre Recherchen hatten mit dem Fall Karl Lütgendorf zu tun. Der ehemalige österreichische Verteidigungsminister hatte sich 1981 erschossen, vier Jahre, nachdem er wegen des Verdachts illegaler Waffengeschäfte zurückgetreten war. Bis heute halten sich Gerüchte, er sei ermordet worden.

Da liegt der Gedanke natürlich nahe, dass hier eine Art sinistre Verschwörung am Werk ist, die eine Aufklärung eines Jahrzehnte alten Mordes verhindern will. Die Kommissare Eisner und Fellner haben selbst ihre Zweifel an der Selbstmordtheorie.

Erschwert wird das alles noch, als die Lebensgefährtin der Toten, gespielt von Emily Cox (33) parallel eigene Nachforschungen anstellt und selbst ins Visier des Mörders gerät.

Das Ergebnis ist ein spannender und hochpolitischer "Tatort" voller Mysterien und Vertuschungen, der in großen Teilen düster und durch die passende Musik bedrohlich daher kommt. Die beiden Ermittler sind gefühlt an einer ganz großen Geschichte dran. Am Ende ist in diesem Film (Regie und Drehbuch: Thomas Roth) aber alles ganz anders - und weniger spektakulär als gedacht. Irgendwie schade.