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Hamburg
TV-Sendung

Zu Gast bei Markus Lanz: Ein Bürgermeister erklärt, wie seine Stadt Corona in den Griff bekam

Am Mittwochabend war unter anderem der Virologe Hendrik Streeck zu Gast bei Markus Lanz. Streeck erklärte, dass wir künftig wohl mit Corona leben müssten. Ein weiterer Gast - Bürgermeister in Rostock - hingegen beweist, dass er das Virus im Griff hat.
 
Zu Gast bei Markus Lanz: Virologe Hendrik Streeck erklärt, dass wir künftig wohl mit Corona leben müssten.
Zu Gast bei Markus Lanz: Virologe Hendrik Streeck erklärt, dass wir künftig wohl mit Corona leben müssten. Der Oberbürgermeister von Rostock zeigt allerdings, dass man Corona tatsächlich gut in den Griff kriegen kann. Foto: Markus Hertrich (ZDF)

Mit Corona leben oder es für immer loswerden? - Am Mittwochabend (03. Februar 2021) waren unter anderem zwei Menschen zu Gast bei Markus Lanz im ZDF, die eine sehr unterschiedliche Meinung zum Coronavirus haben. Auf der einen Seite sprach der Virologe Hendrik Streeck davon, dass wir alle uns damit abfinden müssten mit dem Coronavirus zu leben. Streeck nimmt an, dass das Sars-CoV-2-Virus in Deutschland "heimisch" werden würde.

Streeck erklärte, dass sich das Coronavirus nun dauerhaft mit einreihen könnte und jedes Jahr im Herbst die Infektionszahlen nach oben schießen könnten. 

Jedes Jahr im Herbst: Steigen die Infektionszahlen wieder und wieder?

Hendrik Streeck findet allerdings auch deutliche Kritik: "Seit Beginn der Infektion haben wir keine großen neuen Erkenntnisse gewonnen, wo sich das Virus ausbreitet. Ob Großraumbüros problematisch sind oder nicht. Ob es Berufsgruppen gibt, wo es gehäuft auftritt." Das wisse man nicht.

Hier steigt die zweite Person in die Diskussion mit ein: Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen. Er sieht ganz andere Probleme hinsichtlich der Pandemie - nämlich Inkonsequenz und Unehrlichkeit. "Wir haben Hygienekonzepte entwickelt für Handel, Gastronomie, Hotels. Wir hatten Hunderttausende Gäste und haben trotzdem niedrige Zahlen beibehalten, weil ja Konzepte da waren", erzählt er und fordert gleichzeitig mehr Vertrauen in eigene Maßnahmen und Konzepte. 

Warum Rostocks Oberbürgermeister überhaupt bei Markus Lanz sitzt? - Rostock ist derzeit Corona-Vorzeigestadt Nummer Eins. Wie Lanz selbst zu Beginn der Sendung erklärt, hat Rostock die wenigsten Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus. Auf rund 210.000 Einwohner kommen 16 Todesfälle. Madsen erklärt, dass er von Anfang an veranlasst hat, so viel wie möglich zu testen. Dafür habe er auch viel Gegenwind bekommen. Doch er handelte konsequent und sollte damit Recht behalten. 

Madsen: "Der Mensch braucht klare Ansagen"

Er kritisiert: "Wir sind super unehrlich. Wir ergreifen Maßnahmen, um zu sagen: Schaut her, wir haben was getan. Im Grunde genommen war uns lange klar, dass es im Bereich von privaten Feiern ein großes Problem gab. Wir haben aber nicht den Mut gehabt, den Menschen zu sagen, das müssen wir sofort unterbinden. Stattdessen haben wir ein Restaurant geschlossen." Dann hätten sich die Leute eben privat getroffen. Die Neuinfektionen sind gestiegen. 

Abschließend erläutert der Oberbürgermeister: "Der Mensch braucht klare Ansagen." Man müsse den Menschen zeigen, dass es gehen kann.