Sigi Zimmerschied (60) studierte Religionspädagogik, vielleicht inspiriert er deshalb so viele Casting-Verantwortliche, ihn wie in "Eine ganz heiße Nummer" oder "Zimtstern und Halbmond" als Pfarrer zu besetzen. In "Die Familiendetektivin" (samstags, 19.25 Uhr, ZDF) agiert er dagegen eher aus dem Jenseits. Als verstorbener Onkel Theo ist er zwar nur per Videotagebuch präsent, das dafür aber gewohnt unterhaltsam. Was der Kabarettist, Schauspieler und gebürtige Passauer von WGs, Umzügen und Esoterik hält, hat er der Nachrichtenagentur spot on news erzählt.

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Sie spielen den toten Onkel Theo. Wie ist es denn, eine verstorbene Figur zu spielen?

Sigi Zimmerschied: Sehr angenehm. Man kann für Fehler, Beleidigungen und Falschaussagen nicht mehr belangt werden.

Julie (Elena Uhlig) spricht mit ihrem verstorbenen Onkel. Mit welchem Verstorbenen würden Sie gerne mal ein Zwiegespräch führen?

Zimmerschied: Mit meinem Großvater. Bei ihm hat sich Jähzorn und Familiensinn verbunden. Ich würde ihn gerne fragen, wie er das hinbekommen hat.

Ihre Film-"Witwe" Maria (Rita Russek) mag Esoterik, kauft nach Mondphasen ein und glaubt an Engel. Was davon können Sie nachvollziehen?

Zimmerschied: Gar nichts. Ich glaube, deshalb hat das bei den beiden so gut funktioniert. Liebenswerte Träumer und Ironie vertragen sich gut.

Maria lebt mit einem wesentlich jüngeren Mann zusammen: Sind solche Altersunterschiede reizvoll oder Albtraum?

Zimmerschied: Es sind wahrscheinlich reizvolle Albträume.

Marias Neuer mag den Vergleich mit Ihnen nicht. Welchen Vergleich mögen Sie nicht?

Zimmerschied: Den mit mir. Festgenagelt zu werden auf jemanden, der man vielleicht vor zwanzig Jahren einmal war.

Käme für Sie eine altersübergreifende WG in Frage?

Zimmerschied: Um Gottes Willen keine WG, weder altersgleich, noch altersübergreifend. WGs sind die Wartezimmer der Scheinselbständigen. Alterslos vielleicht, aber selbst die brauchen Refugien.

In der Serie geht es um Familienkonflikte. Ist das klassische Vater-Mutter-Kind-Model überholt?

Zimmerschied: Ich halte es für das einzig mögliche.

Würden Sie einen Detektiv engagieren?

Zimmerschied: Nur für den Fall, dass ich mich verliere.

Wann darf man sich in das Leben anderer einmischen und wo ist die Grenze?

Zimmerschied: Die Grenze ist in der Regel der Wortschatz.

Haben Sie schon mal den Neustart in einer anderen Stadt gewagt?

Zimmerschied: Nein. Sollte sich die letztjährige Hochwasserkatastrophe allerdings noch einmal wiederholen, wäre es denkbar.

Was dürfte bei einem Umzug nie weggeschmissen werden, obwohl es vielleicht kaputt, aus der Mode oder nutzlos ist?

Zimmerschied: Ich ziehe ungern um. Immer bei mir bleiben müssten die noch nicht verarbeiteten Ideen.

Apropos, wo bewahren Sie Ihre vielen Auszeichnungen auf?

Zimmerschied: Auf dem Dachboden meines "Schreibhauses" in Österreich. Zwischen Siebenschläfern und Fledermäusen. Die sind ganz stolz auf mich.