Am Neujahrstag stechen die ZDF-Zuschauer erstmals mit dem neuen Kapitän Victor Burger auf dem "Traumschiff" um 20.15 Uhr in See. Eine echte Premiere ist das für Schauspieler Sascha Hehn nicht, der 59-Jährige hat bereits insgesamt zehn Berufsjahre als Steward Victor und später als Erster Offizier an Bord verbracht. Wie es um seine Seetauglichkeit bestellt ist, hat der gebürtige Münchener der Nachrichtenagentur spot on news erklärt. Ebenfalls verraten hat der ehemalige Darsteller des Dr. Udo Brinkmann in der "Schwarzwaldklinik" (1985-1989), wie er sein Privatleben schützt.

Mit der Satire-Serie "Lerchenberg" meldete sich Sascha Hehn im April 2013 erfolgreich im TV zurück - hier gibt's die DVD

Herr Hehn, werden Sie seekrank?

Sascha Hehn: Nein, da habe ich überhaupt keine Probleme. Sonst hätte ich bestimmt auch nicht zugesagt.

Schon mal einen Sturm auf See erlebt?

Hehn: Ja, damals als ich noch den Stewart spielte. Bei glasklarem Himmel hatten wir vor Bali Windstärke zehn. Die Wellen sind drei Tage lang bis an die Fenster der Kapitänsbrücke geklatscht. Das war schon heftig, aber ich saß unter dem Radarschirm und habe zwei Stunden lang mitgetanzt. Danach konnte ich auch schlafen. Am nächsten Morgen war ich aber der Einzige im Frühstücksraum.

Ist das "Traumschiff" also auch Abenteuer?

Hehn: Ja, das ist es auf einem Schiff immer. Gerade in der heutigen Zeit, weil die Tsunamis zunehmen und so ein Schiff nicht mal schnell ausweicht. Die andere Gefahr habe ich in Saudi Arabien gesehen: Jeder Frachter war mit Stacheldraht gegen Piraten abgesichert. Wir hatten zum Schutz auch noch GSG-9-Leute an Bord.

Das klingt aufregend.

Hehn: War es auch. Auf dem Weg nach Dubai kamen plötzlich 50 Schnellboote auf uns zu. Da hat sogar der Chef der GSG-9-Truppe den Kopf gehoben und durch den Feldstecher geschaut. Er gab dann aber schnell Entwarnung, dass es nur Schmuggler seien, die Show machen wollten. Und tatsächlich sind sie kurz vor dem Schiff wieder abgedreht.

Sie haben auch in Australien gedreht. Keine Flugangst?

Hehn: Nein. Ich habe Vertrauen in die heutige Technik. Und wenn die Lebenszeit abgelaufen ist, ist sie abgelaufen.

Was bedeutet die Rolle für Sie privat - keine Sorge um das Privatleben, wenn Sie wieder verstärkt in der Öffentlichkeit stehen?

Hehn: Nein, das gehört zu meinem Beruf einfach dazu. Die Menschen haben mich in der Regel bisher auch auf der Straße erkannt und angesprochen. Das ist ja auch okay und normalerweise positiv.

Werden Sie einen Twitter-Account eröffnen?

Hehn: Nein, da ist mir meine Privatsphäre doch zu wichtig. Das geht bei mir sogar so weit, dass ich auch nicht unbedingt ein Handy brauche. Ich habe gerade eines entsorgt, weil ich nicht immer erreichbar sein will und nicht jeder wissen muss, wo ich gerade bin. Die Geister, die ich rief - wenn ich alles veröffentliche, brauche ich mich hinterher auch nicht über Shitstorms und dergleichen zu beschweren.

Wohin würde ihre persönliche Traumreise gehen?

Hehn: Ich habe schon fast die ganze Welt gesehen. Inzwischen finde ich es schön, dahin zu kommen, wo ich schon mal war, um zu sehen, wie sich der Ort zum Beispiel nach 30 Jahren verändert hat. Shanghai würde mich mal wieder reizen.

Sie leben im exakten Gegensatz.

Hehn: Stimmt. Ich habe zuhause einen Bach renaturiert, pflege einen Gemüsegarten und der Dorfladen in unserer Gemeinschaft lebt.

Auch Siegfried Rauch, der bisherige "Traumschiff"-Kapitän, liebt das Landleben. Glauben Sie, dass er traurig ist, weil er aufgehört hat?

Hehn: Ich glaube, dass er sogar ganz happy ist. Sigi hat seinen Ruhestand nach diesen vielen Jahren im Beruf auch verdient. Irgendwann ist einfach Schluss und das hat er voll akzeptiert.

Ein Vorbild für Sie, wenn es bei Ihnen soweit ist?

Hehn: Ich glaube nicht, dass es bei mir so lange dauern wird (lacht).

Wie haben Sie Ihren Einstand gefeiert?

Hehn: Mit einer kleinen Party auf dem Schiff, bei der ich eine Runde geschmissen habe - eine Rede habe ich aber nicht gehalten.