• Enthüllung bei RTL: "Team Wallraff" war undercover mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) unterwegs. 
  • Dabei ging es primär um des Spendensammelns. 
  • Der Enthüllungsjournalist bemängelt "Missstände".

Der Enthüllungsjournalist Günter Wallraff hat erneut zugeschlagen. Diesmal begleitete er mit seinem "Reporter undercover"-Team das "Deutsche Rote Kreuz (DRK)". 

RTL: Günter Wallraff spricht von "Mauer des Schweigens"

Dabei lieferte Wallraffs Team einen Blick hinter die Kulissen des "DRK". Über eineinhalb Jahre recherchierten die Journalisten im Umfeld der gemeinnützigen Institution. In der vierten Folge der sechsten Staffel der "RTL"-Sendung ging es primär um die Frage, wo Spendengelder des "Roten Kreuzes" landen. Zur Fragestellung kam es, da das "DRK" die Gehälter des Führungskreises nicht offenlegte. 

Das Fazit der "Wallraff"-Recherche: Die Spendensammlungen seien fragwürdig, hieß es in der Sendung. Zudem gebe es Bereicherungen in Kleiderkammern, unqualifiziertes Personal beim Hausnotruf, Fehlverhalten im Rettungsdienst sowie eine Missachtung des sogenannten "Triage"-Systems in Krankenhäusern.

Einige Beispiele: In der Sendung ist beispielsweise zu sehen, wie sich "DRK"-Mitarbeiter in einer Kleiderkammer in Berlin selbst bedienen. Diese Einrichtung ist eigentlich für bedürftige Menschen gedacht. In einer weiteren Szene ist zu sehen, wie eine "Wallraff"-Reporterin, als Beschäftigte in der Notrufzentrale getarnt, mehrfach alleine auf einen Einsatz geschickt wird - ohne entsprechende Ausbildung. Einen zusätzlichen "Missstand" schildert eine Situation aus Stuttgart: Dort ist zu sehen, wie prinzipiell höherqualifizierte Sanitäter einfache Krankentransporte übernehmen, statt für akutere Notfälle zu Verfügung zu stehen. 

"Nie zuvor ist das "Team Wallraff" in eine so große Organisation wie das DRK eingedrungen", so Wallraff in der TV-Sendung. "Und tatsächlich gleicht es – einmal abgesehen von den zigtausenden aufopferungsvollen Ehrenamtlichen an der Basis – mehr einem eng mit der Politik vernetzten und äußerst geschäftstüchtigen Konzern als einem gemeinnützigen Wohltätigkeitsverband", so der Journalist weiter. Bezüglich der aufgezählten "Missstände" gebe es eine "Mauer des Schweigens", sagte er. Sprich: Die Probleme würden nicht konkret angesprochen, so Wallraff.

Die Sendung wurde am Montagabend (19. Oktober 2020) bei "RTL" gezeigt. Allerdings ist diese ebenfalls bei "TV NOW" zu sehen. 

Das "Rote Kreuz" hat bislang keine Stellung zu den "Wallraff"-Vorwürfen bezogen.

tu