München

52-Folgen: "Pumuckl" kehrt zurück ins Fernsehen

Er ist frech, spielt Streiche und dichtet für sein Leben gern - Der Kobold mit den roten Haaren ist zurück. "Pumuckl" wird ab März wieder über die Fernsehbildschirme flimmern.
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Der «Pumuckl» kehrt ins BR Fernsehen zurück - frisch restauriert und in verbesserter Bildqualität. Foto: Fotoreport/dpa
Der «Pumuckl» kehrt ins BR Fernsehen zurück - frisch restauriert und in verbesserter Bildqualität. Foto: Fotoreport/dpa

Der "Pumuckl" kehrt nach neun Jahren Pause zurück - frisch restauriert und in verbesserter Bildqualität. Start der Kultserie "Meister Eder und sein Pumuckl" sei am 1. März im BR Fernsehen, teilte der Bayerische Rundfunk (BR) am Mittwoch (22. Januar 2020) in München mit.

Los geht es um 9.30 Uhr mit gleich fünf der insgesamt 52 Episoden, darunter Höhepunkte wie "Spuk in der Werkstatt", "Das Schlossgespenst" oder "Die abergläubische Putzfrau". Danach soll es jeden Sonntag Doppelfolgen mit dem rothaarigen Klabauter und dem gutmütigen Schreinermeister geben.

Pumuckls Streiche begeisterten schon früher

Die TV-Serie rund um Pumuckl nach den Büchern von Ellis Kaut hatte 1982 die Kinderherzen erobert. Gesprochen wurde der freche und dichtende Wicht von Hans Clarin (1929-2005). Gustl Bayrhammer (1922-1993) spielte den gemütlichen Schreinermeister Eder, der an den Streichen seines Kobolds mitunter verzweifelt, ihn aber trotzdem ins Herz geschlossen hat. 2011 war dann Schluss mit der Ausstrahlung der alten Kult-Folgen - Grund sei eine komplizierte Rechtslage gewesen, so der BR. Das sei aber inzwischen geklärt.

Ein Klassiker der den Zuschauer auf eine Nostalgiereise entführt

Diese Serie entführt die Zuschauer auf eine Nostalgiereise. "Pumuckl" zeigt ein München, das es in der Form nicht mehr gibt. Die Schreinerei wurde durch einen schicken Neubau ersetzt, der Gasthof mit Stammtisch und Schweinsbraten durch ein schickes Lokal und auch die Kinder, die unbeaufsichtigt in den Hinterhöfen spielen sind eine Rarität geworden. Eine Idylle, so scheint es, oder auch ein beschönigter Blick durch eine Nostalgie-Brille.

Würde der "Pumuckl" heute gedreht wäre wohl vieles anders. Der Kobold und Meister Eder trinken beide gerne Bier. Zudem mag der kleine neben Schokolade, "Puddeling" und Wurst. Er besitzt sogar einen Maßkrug in Schnapsglasgröße. Diesen hatten früher viele Kinder in Bayern, auch wenn er meist mit Limo gefüllt war.

Zu Zeiten als die Serie gedreht wurde, war das Alles nicht ungewöhnlich - heute unvorstellbar. Deswegen den Pumuckl verbannen? Münchner Familientherapeut Klaus Neumann sagt auf gar keinen Fall. "Kinder werden durch diese Figur und sein Verhalten nicht zu Alkoholikern",sagt er. Der Therapeut findet den kleinen Kobold gerade wegen der Ecken und Kanten gut, weil er nicht frei von Fehlern sei. "Ein fantastisches pädagogisches Konstrukt", meint er.

Zum Start treibt der Pumuckl aber auch in anderen Sendungen sein Unwesen - etwa um 14.00 Uhr bei "Checker Julian" oder um 14.30 Uhr in einer Dokumentation. Auch Hörspiel-Fans kommen auf ihre Kosten. Am 2. März gibt es jeden Montag um 18.30 Uhr eine "Pumuckl"-Folge in der Kindersendung "RadioMikro" auf Bayern 2.

red/dpa