Der Blockbuster am Sonntagabend wird bald kein Teil mehr des ProSieben-Programms mehr sein. Das sagte ProSieben-Chef Daniel Rosemann in einem Interview mit DWDL.de. 

Stattdessen will der Sender mehr auf Eigenproduktionen setzen und dafür auf Spielfilme verzichten. 

Was hat ProSieben mit der Primetime vor?

Man wolle am Sonntagabend um 20.15 Uhr, einem klassisch starken Sendeplatz, "das Wochenendgefühl etwas verlängern", so Rosemann im Interview mit DWDL.de. "Es geht um Formate, die gerne ein Fenster zu Welt sind und mit Spaß und Spiel den Wunsch nach Abenteuer und Eskapismus bedienen. Ein großes Erlebnis mit reisenden Prominenten, die ich gemütlich von zu Hause miterleben kann." Bei den Screenforce Days im Juni sollen erste Programme vorgestellt werden, so der Senderchef. 

Sendungen wie „Wer stiehlt mir die Show?“ könnten einen prominenteren Platz bekommen sowie weitere eigene Shows hinzukommen, die einen guten Sendeplatz brauchen. 

Sowohl Hollywood als auch deutsche Fiction werde auf absehbare Zeit keine so große Rolle mehr spielen wie bisher. Man verzichte aber nicht auf Hollywood. "US-Lizenz wird immer einen wichtigen Anteil in unseren Grids haben. Aber an einem weiteren Primetime-Abend der Woche müssen und wollen wir auf Spielfilme verzichten", so Rosemann. "Es geht um Formate, die gerne ein Fenster zu Welt sind und mit Spaß und Spiel den Wunsch nach Abenteuer und Eskapismus bedienen. Ein großes Erlebnis mit reisenden Prominenten, die ich gemütlich von zu Hause miterleben kann." 

Was ist der Grund für den Umbau?

US-Filme bringen derzeit für ProSieben keine guten Einschaltquoten mehr im Durchschnitt. Die Spitzen werden seltener. Das liegt zum einen daran, dass der Sender auf Wiederholungen ausweichen muss. Durch die Corona-Pandemie sind viele Projekte liegengeblieben. Es mangele schlicht an Nachschub, sagt Rosemann. "Da wir Filme meist etwa zwei bis drei Jahre nach Kinostart fürs Free-TV bekommen, können wir aufgrund der Pandemie schon absehen: Es wird in der nächsten Zeit keine für uns befriedigende Versorgung mit neuen Blockbustern geben."

Daneben gibt es aber auch andere Gründe, die nichts mit der Pandemie zu tun haben: Oft werden Kino-Blockbuster auf Streamingdiensten gezeigt, bevor sie ins Free-TV kommen. Die Attraktivität von Filmen im Fernsehen sinkt so - sie sind schlicht nicht mehr neu. Den Druck durch Netflix, Amazon Prime & Co. spürt man deutlich, nicht nur bei ProSieben. Auch beim Konkurrenten RTL aus Köln zeigt man immer weniger Kinofilme am Sonntagabend. 

 "Vielleicht gibt es auch durch den Wettbewerb der Streamingdienste einfach Formen und Genres, die sich fürs Free-TV nicht mehr lohnen", konstatiert Rosemann im DWDL-Interview.