Die Missbrauchsvorwürfe gegen ihren Vater Klaus Kinski (1926-1991) machen Nastassja Kinski (52) offenbar nach wie vor schwer zu schaffen. Als Markus Lanz (44) die Schauspielerin in seiner Talkshow Mittwochnacht darauf ansprach, konnte sie kaum antworten. Ihre Tränen versuchte sie hinter vorgehaltener Hand zu verstecken.

Für ihre Rolle in dem Drama "Tess" von Roman Polanski bekam Nastassja Kinski den Golden Globe als beste Newcomerin

"Das ist ein doofer Moment jetzt", entschuldigte sie sich. Wie sie dann weiter erklärte, habe sie nicht gedacht, dass "sein Name" fallen würde. Eingeladen worden waren sie und ihre Kollegin Judy Winter (69) aus dem Tatort "Reifezeugnis" (1977), der die damals 15-Jährige Kinski über Nacht berühmt machte, um über diesen Krimi zu reden. So zumindest dachte Kinski, wie sie in der Talkshow sagte.

Nastassja Kinskis Halbschwester Pola (61) hatte Anfang dieses Jahres ihre Autobiografie "Kindermund" herausgebracht. Darin beschreibt Nastassjas Halbschwester, die ebenfalls Schauspielerin ist, unter anderem, dass ihr Vater sie jahrelang sexuell missbraucht habe.

Im Januar darauf von der "BamS" angesprochen, erklärte Nastassja Kinski zwar, selbst nicht missbraucht worden zu sein, bedrängt hätte der Star sie aber auch. "Er hat mich immer viel zu sehr angefasst, mich ganz eng an sich gedrückt", beschreibt sie im Interview mit der Sonntagszeitung die beklemmenden Annäherungsversuche, die sie als Vier- oder Fünfjährige habe über sich ergehen lassen müssen. Ein Vater sei er ohnehin nicht gewesen, erklärte die Blondine damals weiter, "99 Prozent der Zeit hatte ich fürchterliche Angst vor ihm" - was wohl bis heute nachwirkt.

Gelesen habe sie das Buch nicht, sagte Nastassja Kinski dem Talkshow-Gastgeber. Nachdem sich die Schauspielerin wieder beruhigt hatte, sprach sie doch noch über ihre Kindheit mit dem berühmten Choleriker: "Gehauen hat er meine Mutter und mich nicht, aber wüst beschimpft und fest gepackt", fasst Kinski zusammen. "Aber das ist alles furchtbar", lautete das einmütige Fazit der beiden Schauspielerinnen.

Als Moderatorin Britt Hagedorn, ebenfalls Talkshow-Gast, wissen wollte, ob es auch gute Momente gab, sagte Nastassja Kinski: "Ich kann mich kaum an solche erinnern." Entsprechend habe die Nachricht vom Tod ihres Vaters die damals 30-Jährige nur traurig gemacht, weil sie niemanden betrauern konnte.