Im gestrigen Münchner "Tatort" spielte die Musik eine interessante Rolle. Gleich zu Beginn, noch vor dem tödlichen Sturz des Opfers aus dem 12. Stock, weht süß der Song "Love Letters" von Soul-Legende Ketty Lester (79) durch den Raum. Doch vor allem die verstorbene Country-Legende Johnny Cash (1932-2003, "Out Among the Stars") nutze Regisseur Max Färberböck (63, "Paradies 505") als wiederkehrendes Stilmittel.

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So lässt er zum Beispiel den wunderbar von Franz Xaver Kroetz (68, "Die Geschichte vom Brandner Kaspar") verkörperten Wiesnwirt und urbayerischen Lebemann Toni Feistl zu Cashs "Aloha Oe" mit seinem Porsche in den Tod rasen. Das Lied wird im Laufe des "Tatorts" immer wieder angespielt - Färberböck spielt mit den musikalischen Erwartungen der Zuschauer, doch dann kommt es anders:

Als die Wohnung der Toten auf Hinweise untersucht wird, wird deren Musikanlage gestartet und ein verdächtig nach Johnny Cash klingender Song erklingt. Doch Kommissar Leitmayr (Udo Wachtveitl, 56), bekennender Cash-Fan, klärt auf: "Das ist nicht Johnny Cash." Dass er selbst eine Beziehung zur Toten hatte und vielleicht auch deshalb das Lied sofort zuordnen kann, wird erst später klar.

Doch wer tatsächlich hinter dem mysteriösem Lied steckt, bleibt im "Tatort" unerwähnt. Für viele Zuschauer stellte sich dann die brennende Frage nach dem tatsächlichen Interpreten. Des Rätsels Lösung: Bei dem vermeintlichen Lied von Cash handelt es sich um "Dreaming My Dreams With You" von Waylon Jennings (1937-2002, "Ultimate Waylon Jennings"), einem texanischen Country-Sänger.

Max Färberböck gelingt mit seinem "Am Ende des Flurs" ein außergewöhnlich starkes "Tatort"-Debüt, nicht zuletzt auch wegen der musikalischen Untermalung, in der sich Johnny Cash wie ein roter Faden durch den Film zieht.