Jochen Schropp (34, "Popp dich schlank") spielt am 8. September im ZDF die Hauptrolle in der Roman-Verfilmung "Die versprochene Braut" von Rosamunde Pilcher. Als Hotelbesitzer Andrew Christie geht er mit dem indischen Zimmermädchen Rajani (Collien Ulmen-Fernandes, 31) eine Schein-Ehe ein, um sein Hotel auf dem indischen Markt anbieten zu können. Mit uns hat der charmante Darsteller über seine Angst vor Filmküssen gesprochen und gebeichtet, wie am Set von Rosamunde Pilcher geschummelt wird.

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Herr Schropp, Sie waren jetzt schon länger nicht mehr als Schauspieler aktiv. Wie kommt es, dass Sie ausgerechnet in einer Rosamunde Pilcher-Verfilmung ihr Leinwand-Comeback geben?

Jochen Schropp: Das hat einen einfachen Grund: Da ich dieses Jahr nicht "X Factor" moderiere, hatte ich Zeit, mich anderen Projekten zu widmen. Mir hat das Buch gefallen und es hat mich auch gereizt mit Collien Ulmen-Fernandes zu drehen. Viele wissen vielleicht auch nicht, dass das schon mein dritter Pilcher ist.

Ist Ihnen das als Mann nicht ein zu seichter Stoff?

Schropp: Überhaupt nicht. Die Problematik, die dieser Film behandelt, ist alles andere als seicht. Natürlich wird der Stoff leicht erzählt, das erwarten die Zuschauer am Sonntagabend von solch einem Film im ZDF auch. Die wollen ihre Seele baumeln lassen und sich entspannen.

Haben Sie keine Angst als Schauspieler in die Softie-Schublade gesteckt zu werden?

Schropp: Damals als ich hauptberuflich nur Schauspieler war, habe ich mir darüber tatsächlich Gedanken gemacht. Aber es ist in der Branche nicht mehr so leicht, überhaupt noch Rollen zu bekommen. Da wäre ich blöd, Angebote abzulehnen, die mir Spaß machen, nur weil ich Angst habe, dadurch für andere Genres uninteressant zu werden. Wer weiß denn schon, ob die Action-Rolle jemals kommt?

Glauben Sie, dass so eine Pilcher-Verfilmung auch beim jüngeren Publikum ankommt?

Schropp: Ich bin total überrascht, wie viele jüngere Leute aus meinem Bekanntenkreis das sonntags ansehen. Manche sind einfach durch und durch romantisch, andere gucken, weil sie das so herrlich kitschig und lustig finden. Die sehen das als Kult und machen sich einfach einen schönen Abend. Einige Male hab ich mir beim Dreh auch gedacht: "Boah, ist das jetzt nicht etwas übertrieben?" Aber das ist das Genre. Für mich ist ein Pilcher ein Märchen, wo es am Ende immer ein Happy End gibt.

Im Film spielen Sie an der Seite von Collien Ulmen-Fernandes. Wie war das?

Schropp: Sehr unkompliziert. Ich hatte mich sehr gefreut, als ich erfahren habe, dass sie dabei ist. Collien wusste allerdings gar nichts von unserer Zusammenarbeit. Ich habe sie auf einer Veranstaltung darauf angesprochen und sie meinte: "Du spielst an meiner Seite? Das ist ja super!" Die Arbeit mit ihr hat dann auch total Spaß gemacht.

Gab es zwischen Ihnen auch Kussszenen? Immerhin ist Collien mit Ihrem Kollegen Christian Ulmen verheiratet.

Schropp: Die Kussszene gab es direkt am ersten Drehtag. Für mich war das ehrlich gesagt nicht so ganz leicht. So gut kannten Collien und ich uns jetzt auch noch nicht. Ich hatte tatsächlich immer im Hinterkopf: "Okay, du küsst jetzt die Frau von Christian Ulmen. Eigentlich müsste ich Christian jetzt anrufen und ihn fragen, ob ich das darf?" Aber im Endeffekt war es total entspannt, weil auch Collien total locker war.

Der Film wurde - wie es sich für einen Pilcher gehört - in Cornwall gedreht. Ist die Kulisse dort wirklich so traumhaft?

Schropp: Ja, alleine das Haus, das uns als Kulisse diente, war unglaublich schön. Dort werden seit ein paar Monaten auch Hochzeiten ausgerichtet, weil es da wirklich traumhaft ist. Das Anwesen ist umrahmt von Wäldern und Wiesen. Aber es wird auch ein bisschen geschummelt. Die Blumen auf den Wiesen sind nicht immer echt. Das liegt daran, dass teilweise zu Jahreszeiten gedreht wird, wo keine Blumen blühen. Aber der Zuschauer erwartet eben diese schöne Kulisse, also helfen wir etwas nach.

Im Film geht es auch um die Frage, wo es schöner ist, seine Flitterwochen zu verbringen - in Cornwall oder auf den Malediven. Wofür würden Sie sich entscheiden?

Schropp: Ich könnte mir auch vorstellen, die Flitterwochen im schönen Bayern zu verbringen. Das muss jetzt nicht den Touch des Exotischen haben, lieber gemütlich und privat. Aber wenn ich einmal heiraten sollte, dann könnte ich mir für die Hochzeit tatsächlich diese Kulisse in Cornwall vorstellen.

Wollen Sie in Zukunft mehr in Richtung Schauspielerei oder Moderation gehen?

Schropp: Ich plane eigentlich total ungern. Durch den Dreh bin ich jetzt jedoch wieder etwas auf den Geschmack der Schauspielerei gekommen. Ab dem 29. September moderiere ich bei Vox die neue Kocharena - "Grill den Henssler", wenig später startet dann wahrscheinlich die zweite Staffel "Die tierischen 10" mit mir und Martin Rütter. Solange ich das machen kann, was mir Spaß macht, lasse ich mich gerne einfach treiben.