Am Freitagabend spielten sich im "Heute-Journal" im ZDF seltsame Szenen ab: Eigentlich kündigte Nachrichtensprecher Claus Kleber einen Beitrag über die Staatskapelle Berlin an, da tauchte auf einmal ein Mann in einem blauen Schutzanzug auf und gestikulierte. Die Moderation von Claus Kleber wurde leiser und ein anderer Sprechertext, der scheinbar keinen Sinn ergab, wurde eingespielt. 

Die Szene sorgte bei den Zusehenden für Verwirrung, auf Twitter posteten viele Menschen ihre Verwunderung: "#heutejournal hat das noch jemand gesehen oder muss ich aufhören zu trinken?" (JimmiCrispi Kolwin), "Wir haben ja schon viel gesehen aber: Was machen Sachen? @heutejournal #aspekte" (ZDF), "Ich schütte mal den Rest vom 7. Bier ins Klo. Ich sehe komische Dinge.  #heutejournal" (MarcO) und "Vielleicht wollte da jemand seine Rundfunkbeiträge zurück. #Heutejournal" (Frank Schäffler).

Zuschauer gespalten zu Aktion mit blauem Schutzanzug

Insgesamt bewerteten die Zuschauer auf Twitter die Einlage eher als geschmacklos, da sich sowas für seriösen Journalismus nicht gehöre: "Finde ich ja eher unprofessionell für eine Nachrichtensendung... #heutejournal" (Banane) und "Mit dieser Aktion, die so angemessen ist wie eine 90-Jährige im Mini-Rock, sorgte das 
@heutejournal  wenigstens auf Twitter für etwas Aufmerksamkeit" (Nicole).

Am Ende der Sendung gab es jedoch keine Auflösung für die seltsame Szene, sondern nur einen etwas kryptischen Hinweis auf die folgende Kultursendung "Aspekte": "Es muss irgendwie in der Anmoderation so komische Störungen gegeben haben. Wir gehen der Sache nach. Das sieht irgendwie nach Kunst aus. Das ist etwas für 'Aspekte'. Die klären das auf. Da bin ich mir sicher", so Claus Kleber zum Ende des "heute-Journal".

Tatsächlich klärte sich die Situation in der darauffolgenden Sendung. In "Aspekte" wurde erläutert, das es sich um Kunst gehandelt hatte. Der Aktionskünstler Christian Jankowski arbeitet an einem Video von rund 16 Minuten Länge. Zu diesem Zweck will er Videosequenzen mit "sogenannten systemrelevanten Arbeiterinnen und Arbeitern über ausgewählte TV-Formate temporär eine Plattform" geben. Der Künstler hat mehrere Menschen ausgesucht, die in TV-Formaten auftauchen sollen, darunter eine Pflegerin, einen Supermarktverkäufer oder einen Paketboten. Im Mittagsmagazin und in "Aspekte" im ZDF hat Jankowski bereits Szenen gesammelt.