Keine Frage, Henning Baum ist ein echter Kerl. Und das nicht nur in seiner Paraderolle als Mick Brisgau in "Der letzte Bulle". Der Schauspieler hat sich als Deutschlands neues Sexsymbol etabliert und kann sich seine Jobs mittlerweile aussuchen. Am Donnerstagabend glänzt er als "Götz von Berlichingen", dem berühmt-berüchtigten Reichsritter mit der Eisenfaust, in dem gleichnamigen RTL-Streifen (4. Dezember um 20.15 Uhr). Eine absolute Traumrolle, wie er im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news verrät. Ob er damit seinem Ruf als Frauenschwarm gerecht wird, darüber ist sich der dreifache Vater jedoch nicht so sicher...

Mit welchen Jobs sich Henning Baum vor seiner Schauspielkarriere über Wasser gehalten hat, erklärt er im Interview auf MyVideo

Götz von Berlichingen ist untrennbar mit dem Satz "er kann mich im Arsche lecken" verbunden. Wie würden Sie gerne in Erinnerung bleiben?

Henning Baum: Ich hätte ehrlich gesagt kein Problem damit, mit genau diesem Satz in Erinnerung zu bleiben. Das würde mir nichts ausmachen. Ich finde den Satz sehr prägnant. Ich habe allerdings nicht den Ehrgeiz, als historische Figur der Menschheitsgeschichte in Erinnerung zu bleiben. Ich denke, das ist nur wenigen großen Persönlichkeiten vergönnt.

Ist Götz von Berlichingen eine Traumrolle für Sie?

Baum: Ja, er ist sicherlich eine der schillerndsten Figuren, die wir in der deutschen Geschichte haben. Und das obwohl wir von ihm eigentlich gar nicht so viel wissen. Was uns seit 700 Jahren an ihm fasziniert, ist dieser unbeugsame Charakter, dieser ganz willensstarke, kluge und sensible Mann, der letztendlich wirklich das tut, was ihm richtig erscheint.

Haben Sie denn im Vorfeld viel über ihn gelesen?

Baum: Ich habe mal recherchiert, was es an Faktenwissen über den historischen Götz gibt. Aber das ist tatsächlich sehr, sehr wenig. Das meiste hat Goethe erfunden, insofern hat das also keinen so großen Sinn ergeben. Da erschien es mir vernünftiger, mich mit unserer Geschichte und unserem Götz auseinanderzusetzen und mir zu überlegen, wo ist der Götz in mir? Wie kann ich diese Figur zum Leben erwecken?

Der Film punktet mit beeindruckenden Action-Szenen. Sie selbst haben vor einiger Zeit eine Waffensachkundeprüfung abgelegt, hat Ihnen das im Umgang mit dem Schwert geholfen?

Baum: Den Schwertkampf habe ich bereits auf der Schauspielschule gelernt und in Filmen sowie im Training immer weiter ausgebaut. So ein Kampf funktioniert ja immer nach ähnlichen Prinzipien. Ob Sie jetzt Ihre Hand durch einen Stock oder durch ein Schwert verlängern oder verkürzen und nur einen Handschuh drüber ziehen. Es sind immer ähnliche Techniken: Angriff, Block, Konter. Wenn man das regelmäßig übt, dann findet man sich auch schnell zurecht. Ich habe mich in diesen Szenen sehr wohl gefühlt.

Haben Sie denn alle Stunts selbst gemacht?

Baum: Ja alle!

Wie schwer war die Eisenfaust? Damit das Schwert zu schwingen, war sicherlich nicht leicht...

Baum: Die Faust hat sicherlich 2,5 bis 3 Kilo gewogen. Da braucht man schon Kraft, das ist nicht von der Hand zu weisen. Untrainiert würde man sicherlich schnell ermüden. Wir schlagen ja mit echten Eisenwaffen aufeinander ein und zwar richtig mit Schmackes. Aber für mich war es keine große Schwierigkeit. Auch die Kollegen haben das gut hinbekommen. Man kann sich ja alles antrainieren.

Sie haben während der Dreharbeiten lieber in einem Bus im Wald und nicht im Hotel geschlafen, warum?

Baum: Das hat mehrere Gründe. Es hat mir natürlich geholfen, in der Rolle zu bleiben. Ich habe mich nicht nach Hause chauffieren lassen, mich abends unter eine warme Dusche gestellt und mich dann in ein weiches Federbett gelegt. Ich bin lieber im Wald geblieben und habe mir mein Essen selbst zubereitet. Wenn es dunkel wurde, habe ich mich Schlafen gelegt und bin am nächsten Morgen mit den Vögeln aufgestanden. Ich mag diese Abgeschiedenheit und Ruhe, das hilft mir, mich zu konzentrieren. Ich bin dann gesammelt, ich behalte die Kraft bei mir.

Apropos Kraft. Regisseur Carlo Rola hat unter anderem Ihre männliche Erotik gelobt - fühlen Sie sich selbst erotisch?

Baum: Nein, ich empfinde mich selbst nicht als erotisch. Das müssen andere loben. Wenn man selbst so über sich spricht, würde das ein bisschen komisch klingen.

Nichtsdestotrotz sind Sie ein echter Frauenschwarm.

Baum: Mal sehen, ob das nach dem Götz noch so bleibt. (lacht)

Bekommen Sie denn viele Liebesbriefe oder Heiratsanträge?

Baum: Nein. Ich bekomme überhaupt keine Heiratsanträge oder Liebesbriefe. Die Autogramm-Anfragen sind alle sehr höflich und anständig formuliert. Das überschreitet nie ein gewisses Maß. Es ist zwar auch eine gewisse Leidenschaft und Freude festzustellen, aber das hält sich immer alles in geordneten Bahnen.

Sind Sie ein Mensch, der viel Wert auf sein Äußeres legt?

Baum: Keine Ahnung. Wenn Sie mich fragen, wie viel Zeit ich morgens im Bad verbringe, da kann ich Ihnen sagen, nicht sehr lange. Ich sehe gerade auch ziemlich verstrubbelt aus. Wenn ich nicht arbeite, brauche ich mich auch nicht zu stylen. Ich mache mich nicht groß zurecht, wenn ich das Haus verlasse. Ich sehe zu, dass ich so angezogen bin, dass mir die Witterung nichts anhaben kann und das wars. Da verschwende ich jetzt nicht so viel Zeit drauf.

Sie kleiden sich also eher pragmatisch?

Baum: Ja. Mein Aussehen ist mir sicherlich nicht egal, und das sollte es auch keinem Menschen sein. Aber es macht mich nicht völlig irre. Ich stehe nicht mit großer Ratlosigkeit vor meinem Kleiderschrank und sage ,Huch, ich habe gar nichts mehr anzuziehen!' So manchem Mann scheint es heutzutage allerdings so zu gehen.

Was macht eine Frau für Sie attraktiv?

Baum: Für mich hat Attraktivität etwas damit zu tun, dass man sich im Anderen spiegelt. Ich finde es attraktiv, wenn man sich auf Augenhöhe begegnet, einen Menschen trifft, der mindestens so intelligent ist wie man selbst und sich durch Stärke auszeichnet, sofern man sich diese Eigenschaft auch selbst zuspricht. Ich glaube, dass starke Persönlichkeiten auch starke Partner brauchen. Wenn eine Frau das mitbringt, ist sie für mich attraktiv. Aber natürlich spielen auch Dinge wie Warmherzigkeit, Humor und ein scharfer Verstand eine Rolle. Zudem finde ich es nicht schlecht, wenn Frauen auch eine gewisse Art von Häuslichkeit mitbringen. Gerade jetzt in der kalten Jahreszeit ist es doch sehr schön, wenn auch ein warmes Essen auf dem Tisch steht.