Fritz Wepper (72) spielt bereits zum elften Mal in der Krimi-Reihe "Mord in bester Gesellschaft" an der Seite seiner Tochter Sophie, die auch im Film seinen Sprössling gibt. In dem aktuellen Film "In Teufels Küche" (12. Dezember, 20:15 Uhr im Ersten) versuchen Wepper und seine Tochter als Hobby-Ermittler den Mord an einem Promi-Koch aufzuklären, der von einem aufdringlichen Reporter verfolgt wird. Über das Verhältnis zu seiner Tochter, seinen Rechtsstreit mit Atze Schröder und seine schlimmen Erfahrungen mit Paparazzi spricht Wepper im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news.

"In Teufels Küche" ist bereits die elfte Folge aus der Krimi-Reihe "Mord in bester Gesellschaft" an der Seite Ihrer Tochter Sophie. Gibt es Vorteile, wenn man mit seiner eigenen Tochter vor der Kamera steht?

Sehen Sie Fritz Wepper im Film "Das Weihnachtsekel"

Fritz Wepper: Das Tolle ist, dass ich sie dann mal vier Wochen am Stück sehe. Außerdem müssen wir Vater und Tochter nicht spielen. Ein "Papi" aus ihrem Mund klingt sehr vertraut.

Nimmt Ihre Tochter Tipps besser oder schlechter an als andere Kollegen?

Wepper: Mit der eigenen Tochter zu drehen, kann auch schiefgehen. Als uns die Produzenten gebeten haben Vater und Tochter zu spielen, war das zunächst mal Neuland. Wir mögen uns, aber es gibt durchaus auch unterschiedliche Auffassungen und je nach Temperament - und Sophie hat durchaus Pfeffer - kann das schon mal vehement sein. Ich finde es auch schön, wenn meine Tochter für Ihre Position eintritt. Wir sind allerdings mittlerweile beruflich auf Augenhöhe und der Umgang ist genau wie mit anderen Kollegen.

Im Film zieht Alexandra wieder in die Wohnung ihres Vaters. Könnten Sie sich vorstellen, dass Sophie wieder mit Ihnen unter einem Dach wohnt?

Wepper: Nein, beim besten Willen nicht. Wir wohnen ja am Tegernsee und in München und wir haben unsere Kinder nicht dazu erzogen, Stubenhocker zu sein. Ich selbst bin mit 20 ausgezogen und wir haben unsere Kinder nicht als unser Eigentum in die Welt gesetzt.

Hatten Sie immer ein harmonisches Verhältnis?

Wepper: Wenn ich nur einmal laut "Sophie" gesagt habe, dann hat sie gleich gesagt: Papi schrei mich nicht an. Wenn ich dann meinte, ich schreie ja gar nicht, entgegnete sie nur: Wehret den Anfängen. Ich sehe mich auch nicht als autoritären Vater. Bei Frauen habe ich allerdings grundsätzlich manchmal das Gefühl, dass sie von einem anderen Stern kommen. Sophie ist eine gelungene Tochter und wir schätzen uns sehr, da ändern auch kleine Scharmützel nichts.

Im Film wird ein Star-Koch von einem sehr aufdringlichen Journalisten verfolgt. Ist es in der Realität so schlimm wie es in dem Film dargestellt wird?

Wepper: Der Reporter Hase ist nicht übertrieben dargestellt. Ich habe das selbst erlebt.

Im Film heißt es der Preis der Prominenz sei hoch. Wie beurteilen Sie diese Aussage?

Wepper: Das ist eine Wahrheit, der Preis ist manchmal sogar zu hoch. Die schlimmste Begleiterscheinung der Berühmtheit ist der Paparazzo, eine Erscheinungsform, die ich nicht schätze, besonders nicht in unserem Rechtsstaat. Es ist nicht erlaubt, dass Paparazzi einfach Fotos machen, verkaufen und Redaktionen sie dann drucken und es passiert trotzdem. Es gibt tolle Journalisten, aber es gibt da auch tiefe Abgründe. Man wird mir nicht immer gerecht.

Im Rechtsstreit mit Atze Schröder haben Sie zuletzt immerhin einen Teilsieg errungen. Hat das Ihr Bild vom Rechtsstaat wieder etwas gerade rücken können?

Wepper: Ein bisschen hat es der Erfolg in ein besseres Licht gerückt. Wenn man bedenkt, dass das Landgericht andere Entscheidungen trifft, als das Oberlandesgericht, dann ist das aus meiner Sicht ein Glücksfall.

Im Film tragen Sie ein Weihnachtsmannkostüm. Spielen Sie für Ihre Kinder auch den Nikolaus?

Wepper: Als Sophie fünf Jahre alt war, kam der Nikolaus mit dem Krampus zu uns nach Hause und ich weiß noch wie meine Tochter sich hinter dem Rockzipfel ihrer Mutter versteckt hat. Sie hatte Angst und überhaupt keine Freude daran. Daher habe ich nie den Nikolaus gegeben.