Bayreuth
Krimi

Der neue Franken-Tatort: "Ein Tag wie jeder andere" - lohnt sich das Einschalten?

Im fünften Tatort aus Franken geht es um Lebensmittelskandale. Gedreht wurde auch im Bayreuther Festspielhaus. Der Krimi mit dem Titel "Ein Tag wie jeder andere" läuft am Sonntag, 24. Februar, um 20.15 Uhr im Ersten. Aber lohnt sich das Einschalten?
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Die Schauspieler Dagmar Manzel und Fabian Hinrichs stehen bei einem Fototermin vor dem Bayreuther Festspielhaus. Das Filmteam des fünften «Tatorts» aus Franken mit dem Titel "Ein Tag wie jeder andere" hat auch im Richard-Wagner-Festspielhaus in Bayreuth gedreht - das durften bisher nur wenige. Foto: Nicolas Armer/dpa
Die Schauspieler Dagmar Manzel und Fabian Hinrichs stehen bei einem Fototermin vor dem Bayreuther Festspielhaus. Das Filmteam des fünften «Tatorts» aus Franken mit dem Titel "Ein Tag wie jeder andere" hat auch im Richard-Wagner-Festspielhaus in Bayreuth gedreht - das durften bisher nur wenige. Foto: Nicolas Armer/dpa

Der nächste Franken-Tatort steht in den Startlöchern - und es geht ordentlich zur Sache: Ein Anwalt erschießt einen Richter, dann eine Wissenschaftlerin im Labor, immer zur vollen Stunde, direkt in den Kopf. Und er hat es auf ein weiteres Opfer abgesehen. Die Kommissare Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) und Felix Voss (Fabian Hinrichs) versuchen in Bayreuth fieberhaft, einen dritten Mord zu verhindern - und kommen bald darauf, was ein Lebensmittelskandal bei einem lokalen Milchproduzenten mit den Bluttaten zu tun hat.

Der fünfte "Tatort" aus Franken "Ein Tag wie jeder andere" ist am Sonntag (24. Februar) um 20.15 Uhr in der ARD zu sehen. Mit unserer Kritik zum vierten Franken-Tatort "Ich töte niemand" können Sie sich schon mal auf den Krimi-Abend einstimmen.

Franken-Tatort: Gift in der Milch

Er erzählt eine Geschichte um ein hochaktuelles Thema: Bei einem Milchproduzenten ist Gift ins Futtermittel für die Kühe und damit in die Milch gelangt - mit schlimmen Folgen für ein Paar, das ein Kind erwartet. Im Wechsel zwischen aktuellem Geschehen und Rückblenden wird im Film entschlüsselt, wie dies mit den Morden zusammenhängt - und wer dafür verantwortlich ist.

"Das ist ein gutes, sehr aktuelles Thema"

Auf das Thema ist Drehbuchautor Erol Yesilkaya dem Bayerischen Rundfunk zufolge nach einem schrecklichen Erlebnis gekommen, das er hatte, als seine schwangere Ehefrau nur mit viel Glück einer Lebensmittelvergiftung entging. Regisseur Sebastian Marka greift das auf: "Was wir essen, bestimmten wir selber - aber ist das wirklich so? Können wir uns da sicher sein?", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Man hört ja zum Beispiel immer wieder, Bio ist nicht unbedingt Bio. Das ist ein gutes, sehr aktuelles Thema."

Gedreht wurde der Tatort auch im Bayreuther Festspielhaus

Den Krimi in Bayreuth zu drehen, sei ihm ein persönliches Anliegen gewesen: "Nicht nur, dass ich die Stadt und die Festspiele mag, meine Frau kommt aus Bayreuth. Ich wollte immer einen Tatort dort machen." Das Filmteam des fünften "Tatorts" aus Franken hat auch im Richard-Wagner-Festspielhaus in Bayreuth gedreht - das durften bisher nur wenige. "Unser Tatort ist erst der dritte Spielfilm, dem diese Ehre zuteil wurde", sagte Produzent Jakob Claussen. Die Drehgenehmigung erhalten zu haben, sei deshalb etwas ganz Besonderes. In dem Opernhaus finden jährlich im Sommer die Bayreuther Festspiele statt.

Das Festspielhaus ist Bestandteil der Handlung

Festspiele-Sprecher Peter Emmerich erklärte, wieso die Crew die Erlaubnis bekam: "Das Haus ist Bestandteil der Handlung und des Films - nicht nur eine Kulisse." Außerdem habe der zeitliche und organisatorische Rahmen gepasst. Die Einwilligung erteilte der Eigentümer des Hauses - die Richard-Wagner-Stiftung Bayreuth. Und ein bisschen "Walküre" stecke nun auch in dem Krimi, sagt Regisseur Sebastian Marka - mit dem Fremden zu Beginn und zwei Menschen, die durch ein schlimmes Ereignis auseinandergerissen werden.

Franken-Tatort mit überraschender Auflösung

Wie eine Oper setzt der Franken-"Tatort" auf viel Drama. Kommissarin Ringelhahn stößt an ihre Grenzen als Polizistin. Und nach mehreren Wendungen steht am Ende eine Auflösung, mit der auch besonders gewiefte Zuschauer nicht gerechnet haben dürften.

Das tröstet insgesamt hinweg über mitunter unglaubwürdige Ereignisse, allzu bedeutungsschwangere Blickwechsel zwischen den Kommissaren und abgedroschene Sätze ("Doch - wir schaffen das!"). "Ein Tag wie jeder andere" ist ein spannender Thriller mit Überraschungseffekt.

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