Mit der Teenie-Komödie "Mädchen, Mädchen" machte Diana Amft (38) 2001 zum ersten Mal von sich reden. Der große Durchbruch gelang ihr schließlich sieben Jahre später in der Rolle der Dr. Gretchen Haase in der Erfolgsserie "Doctor's Diary". Ob ihr mit ihrer neuen Serie "Josephine Klick" (heute um 21:15 Uhr in Sat.1) ein ähnlicher Hit gelingt? Auf jeden Fall bekommen die Zuschauer eine ganz andere Seite von ihr zu sehen, wie die Schauspielerin im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news verspricht.

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Frau Amft, Sie haben bereits vor dem Sendestart von "Josephine Klick" eine Nominierung für den Bayerischen Fernsehpreis eingeheimst. Überrascht Sie das?

Diana Amft: Das ist der Hammer! Ich bin tatsächlich überwältigt und freue mich unglaublich für das Projekt, eine riesige Auszeichnung für unsere Arbeit. Solch einen Ritterschlag schon vor der Ausstrahlung zu bekommen, berührt mich wirklich.

Sie spielen dort eine eigenwillige und selbstbewusste Kommissarin. Was genau reizt Sie an der Rolle?

Amft: Um ehrlich zu sein: Dass sie völlig anders ist als ich selbst. Als Schauspielerin kann ich damit eine neue Schublade aufmachen, weil man mich so noch nicht gesehen hat.

Was genau unterscheidet Diana Amft von Josephine Klick?

Amft: Josephine ist ein ganz anderer Schlag Mensch als ich, angstbefreiter und ne Nummer cooler. Privat würde ich mich zum Beispiel niemals auf ein Pferd setzen, Josephine hingegen reitet leidenschaftlich gerne.

Haben Sie Angst vor Pferden?

Amft: Bis in meine Jugendzeit hinein bin ich viel geritten, auch Turniere mit meinem eigenen Pferd. Allerdings hatte ich einen ziemlich dramatischen Reitunfall. Danach durfte ich sehr lange nicht reiten. Als ich wieder einsatzfähig war, hatte ich plötzlich panische Angst, mich auf ein Pferd zu setzen. Ich dachte auch nicht, dass ich mich das jemals wieder traue. Als Josephine Klick habe ich mich überwunden und bin da auch sehr stolz drauf.

Verstehen Sie denn die Person überhaupt, wenn Sie sich so von ihr unterscheiden?

Amft: Ja, total. Es wäre ansonsten auch ein Problem, die Rolle authentisch zu verkörpern. Dennoch ist sie komplett anders als Diana Amft privat. In der Rolle habe ich mich eben getraut aufs Pferd zu steigen. Erst als die Szene im Kasten war, habe ich angefangen, am ganzen Leib zu zittern.

Dennoch gibt es Parallelen: Sie und ihre Filmrolle kommen aus einer kleineren Stadt in Westfalen und wohnen jetzt in Berlin. Hatten auch Sie anfangs Probleme in der Großstadt?

Amft: Meine erste Großstadt war München und da ist jeder Stadtteil wie ein kleines Dorf. Berlin ist da schon eine andere Hausnummer. Es herrscht eine unglaubliche Energie, was mir aber immer erst auffällt, wenn ich wieder mal auf dem Land bin. Komischerweise geht einem in der Stadt aber nie die Puste aus.

Der zentrale Konflikt in der Serie ist, dass Sie sich als Frau gegen ihre männlichen Kollegen durchsetzen müssen. Kennen Sie diese Problematik aus ihrem eigenen Leben?

Amft: Toi, toi, toi: überhaupt nicht. Nur im Bereich Fußball! Ich bin ja leidenschaftlicher Arminia-Bielefeld-Fan und kenne mich schon gut aus. In einer Gruppe von Jungs muss man sich da als Frau schon behaupten, aber das ist ja eher lustig und ich kann darüber lachen.

Wie oft werden Sie eigentlich noch auf die legendäre Orgasmus-Szene bei "Mädchen, Mädchen" angesprochen?

Amft: Die ganze Zeit, obwohl es damals noch nicht mal Youtube gab. Aber das ist auch gut so. Das war mein erster Film und hat mir viele Türen geöffnet, aber auch die ein oder andere verschlossen.

Wie meinen Sie das?

Amft: Naja, ich war eben ein bisschen auf die Komödie festgespielt. Ich finde das nicht weiter schlimm und ich verstehe auch, wenn bestimmte Rollen mit einem freien Charakter besetzt werden. Viele Journalisten fragen aber immer: "Wollen Sie nicht mal was anderes machen, außer Komödien?" Ich habe die Frage immer nie verstanden: Leute zum Lachen zu bringen, ist die Königsdisziplin in der Schauspielerei und darauf bin ich auch sehr stolz. Aber mit "Josephine Klick" gehe ich jetzt den Weg raus aus der Komödie, hinein in die Krimi-Sparte und liefere die Antwort auf diese Frage mit meiner neuen Rolle.

Die Deutschen sind leidenschaftliche Krimi-Liebhaber. Wie erklären Sie sich das Phänomen?

Amft: So genau kann ich das auch nicht sagen. Aber in Krimis treffen immer Menschen aufeinander, die sich unter normalen Umständen nie begegnet wären. Das allein bringt einen interessanten Konflikt mit sich. Und dazu kommt natürlich auf der Kult. Allein was sich um die "Tatort"-Reihe wöchentlich abspielt, von öffentlichen Screenings bis zu ausufernden Twitter-Kommentaren, ist so faszinierend, dass es für jeden Schauspieler ein Riesending ist, dort mitzuwirken.

Sind Sie selbst auch ein Fan von Krimis?

Amft: Ich schätze gut gemachte Krimis sehr und schaue auch hin und wieder mal einen an. Aber ich bin wirklich ein großer Angsthase. Wenn eine komische Musik einsetzt und die Kamera fährt auf ein Kinderzimmer zu, dann muss ich wegschauen. Im Nachhinein habe ich selbst bei "Josephine Klick" manchmal echt Schiss bekommen, obwohl ich das Buch kannte und selber mitgespielt habe. Verrückt, oder?