• Talkshow "Markus Lanz": Gäste debattieren über Impfpflicht und Genesenenstatus
  • Boris Palmer und Daniel Günther für schnelle Einführung der Impfpflicht
  • Streeck äußert Bedenken und übt Kritik an dem Vorhaben

Am Mittwoch (26. Januar 2022) hat der Bundestag über eine allgemeine Impfpflicht in Deutschland diskutiert. Die Meinungen dazu gehen sowohl in der Politik als auch in der Bevölkerung weit auseinander. Das wurde auch bei der Talkshow "Markus Lanz" einmal mehr deutlich.

Ministerpräsident Günther für schnelle Einführung der Impfpflicht

In der Ausgabe vom 25. Januar 2022 war es einmal mehr der Bonner Virologe und Mitglied des Expertenrats der Bundesregierung Hendrick Streeck, der mit seinen Äußerungen auffiel. An dem Abend waren neben dem Virologen auch Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Die Grünen), Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und die Journalistin Cerstin Gammelin von der Süddeutschen Zeitung eingeladen. Zudem wurde die österreichische Journalistin Corinna Milborn per Videoanruf zugeschaltet.

Nachdem es zu Beginn der Sendung um Themen abseits der Corona-Pandemie ging, kam Moderator Lanz mit seinen Gästen schnell auf die Knappheit von PCR-Tests in Deutschland und auf das Hauptthema der Sendung zu sprechen: der Impfpflicht.

Dabei machte CDU-Politiker Daniel Günther schnell klar, dass er eindeutig für eine baldige Einführung einer Corona-Impfpflicht ab 18 Jahren ist. Günther würde sich "wünschen, dass wir da schneller vorankommen". Dieses Mittel sei zudem der "einzige Weg", derzeit geltende Grundrechtsbeschränkungen zu ersetzen. 

Streeck äußert Bedenken: "Können Pandemie nicht wegimpfen"

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer plädierte klar für eine Impfpflicht ab 50 Jahren. So sei nicht nur das Gesundheitssystem vor einer Überlastung geschützt, es könnten auch schnell sämtliche Corona-Regeln fallen: "Wenn die Impfpflicht gewirkt hat – das wäre in zwei Monaten meiner Überzeugung nach machbar –, dann können alle anderen Regeln weg und wir wieder normal leben." Dem Argument, eine Impfpflicht sei nicht kontrollierbar, schiebt er einen Riegel vor: Die Tübinger Stadtverwaltung bearbeite jährlich 140.000 Verkehrsverstöße. "Wenn da jetzt 5.000 Verstöße wegen Impfpflicht dazukommen – da brauche ich noch nicht mal Personal einstellen", so Palmer. 

Virologe Hendrick Streeck äußerte Bedenken an den Vorhaben einer Impfpflicht und verpflichtender Auffrischungsimpfungen: "Wir können die Pandemie nicht wegimpfen", warf er ein. Auf Lanz´ Frage, ob man sich bedenkenlos alle sechs Monate impfen lassen könne, antwortet er: "Wir wissen es nicht. Das ist genau das Problem".

Auch an dem Genesenenstatus äußerte er Kritik. Dieser werde "sehr stiefmütterlich" behandelt. Die Datenlage zeige, dass Genesene einen sehr guten Schutz vor einem schweren Covid-Verlauf haben und eine Reinfektion im Vergleich zur Impfung eher selten sei. Deshalb fordert er, Impfstatus und Genesenenstatus gleichzustellen. 

Virologe fordert Gleichstellung von Impf- und Genesenenstatus

Dafür sei es zusätzlich notwendig, einen Antikörper-Nachweis als Bestätigung des Genesenenstatus gelten zu lassen. Unklar sei außerdem, wie viel Prozent der Bevölkerung Corona-Antikörper im Blut hat. "Wir wissen nicht, wer Schutz hat“, so Streeck. Somit bleibt ungewiss, wie viele Menschen durch eine Impfpflicht überhaupt noch geschützt werden müssen.

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Der Virologe geht davon aus, dass die Zahl viel niedriger ist, als angenommen und fügt an: "Ich habe die Sorge, wir rennen da hinterher, um etwas durchzupeitschen, eine Impfwunschquote."

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