Antiquitäten, Schmuck und Unikate: In der beliebten Fernsehshow um Moderator Horst Lichter bringen die Verkäufer unterschiedlichste Wertgegenstände mit, die sie den Händlern zum Kauf anbieten wollen. Oft liegt die persönliche Vorstellung vom Verkaufspreis jedoch weit entfernt vom tatsächlichen Wert des Verkaufsgegenstands. Warum ist das so?

In der Sendung vom 30. April 2021 wollte eine 64-jährige Frau eine Brosche zum Verkauf anbieten - für 4500 Euro. Moderator Horst Lichter und Expertin Heide Rezepa-Zabel waren sichtlich überrascht von der hohen Erwartung.

"Bares für Rares"-Expertin klärt auf: Darum wollen Verkäufer zu viel Geld

Die Frau begründete ihre Preisvorstellung damit, dass sie den Wert der Brosche vor der Sendung bereits schätzen lassen hat. Allerdings wurde sich dabei wohl am Wiederbeschaffungswert orientiert, der nichts über den Verkaufswert aussagt.

Rezepa-Zabel erklärt: "Das ist ein Versicherungswert. Sie bringen ein Stück, das nicht mehr aktuell in Mode ist, das zurück in den Handel geführt werden soll." Der dabei geltende Handelspreis ist von Angebot und Nachfrage, sowie dem Materialwert des Gegenstands abhängig. Der Wiederbeschaffungswert wird oft fälschlicherweise mit dem tatsächlichen Verkaufswert verwechselt, was zu den unrealistischen Preisvorstellungen führt. 

Den Materialwert der mitgebrachten Brosche schätzte Rezepa-Zabel auf etwa 800 Euro, der Verkaufspreis läge damit zwischen 800 und 1000 Euro. Die 64-jährige Frau entschied sich gegen einen Verkauf.