Schauspieler Axel Milberg (57) vermisst bei den "Tatort"-Produzenten den Mut zur Veränderung. "Ich könnte mir gut einen schwarzen 'Tatort'-Kommissar vorstellen. Oder einen Schwulen, so "Brokeback Mountain" am Sonntagabend. Aber ohne dass man daraus einen Riesenskandal macht", sagte er dem Magazin "Der Spiegel". "Aber offenbar trauen sich die Sender nicht, wirklich Tabus zu brechen." Gleichzeitig kritisierte er, dass mittlerweile fast jede Stadt ein eigenes Ermittlerteam hat. "Ich warte noch auf den 'Tatort Mallorca', das ist das einzige Bundesland, in dem bisher nicht ermittelt wird", spottete er. "Die Krimi-Schwemme hat zur Folge, dass es alles schon gegeben hat."

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Milberg spielt seit zehn Jahren im Kieler "Tatort" den schrulligen Kommissar Borowski. Bei den Dreharbeiten macht er immer wieder die Erfahrung, dass es den Einheimischen vor allem darum gehe, dass ihre Stadt im Krimi schön aussehe. "Ich sage dann: 'Entschuldigung, wir zeigen Abgründe, Monstrositäten, Verrücktheiten'." Dass ihm Zuseher mitunter vorhalten, er solle "nicht immer so grimmig" dreinschauen, kann er ebenfalls nicht nachvollziehen. "Ja, soll ich denn die Leichenteile grinsend einsammeln und mit den Keulen noch jonglieren?"