Von 1988 bis 2005 hat sich das "Glücksrad" im deutschen Privatfernsehen gedreht. Insgesamt wurden über 4.000 Folgen für die Sender Sat.1 und Kabel eins produziert. Die bekanntesten Gesichter der Kult-Show waren die beiden Moderatoren Frederic Meisner (60) und Peter Bond (60) sowie die "Buchstabenfeen" Maren Gilzer (53) und Sonya Kraus (40). Aber was ist nach dem "Glücksrad" aus der Karriere der vier geworden?

Frederic Meisner, der mit einer kurzen Unterbrechung von 1988 bis 2005 seine Kandidaten am "Glücksrad" empfing, moderiert auch heute noch im Fernsehen. Nur die Bühne ist um einiges kleiner geworden. Denn der gelernte Schauspieler ist nur noch im Pay-TV zu sehen. Auf dem Musiksender Goldstar TV präsentiert er bereits seit 2000 die Schlagersendung "Hitcocktail". Ansonsten hat sich der 60-Jährige neben dem Fernsehen auch weitere Standbeine aufgebaut. So hat er sich 2009 ein 1,5 Hektar großes Weingebiet in der Nähe von Bordeaux gekauft. Seine Rebsorten vertreibt er über einen Münchner Weinhändler. Aber auch in der Modewelt versucht sich der gebürtige Münchner jetzt einen Namen zu machen. Ab Herbst nächsten Jahres will er mit einer eignen Lederhosen-Kollektion den Trachtenmarkt in Deutschland, Österreich und der Schweiz erobern.

Peter Bond war von 1988 bis 1998 immer im wöchentlichen Wechsel mit Meisner als "Glücksrad"-Moderator bei Sat.1 zu sehen. Aktuell versucht sich der 60-Jährige als Autor. Mit seinem Sex-Roman "Milla" hofft er nun - so wie seine Kandidaten damals auch - die richtigen Wörter gefunden zu haben, um diese in bares Geld umzumünzen. Denn das kann der ehemalige Erotikfilm-Darsteller heute gut gebrauchen. Nach dem "Glücksrad" lief Bonds Karriere nicht mehr ganz so rund. Er verspekulierte sich mit Ost-Immobilien und musste 2006 schließlich Privatinsolvenz anmelden. Logische Konsequenz: Das Dschungelcamp rief. Im Jahr 2009 flog er mit RTL in den australischen Busch, konnte dort aber die TV-Zuschauer nicht sonderlich von sich überzeugen und musste das Lager schon früh wieder verlassen.

Maren Gilzer startete ihre TV-Karriere beim "Glücksrad". Eine Dekade lang (1988-1998) durfte sie ihre langen Beine an der Buchstabentafel der Spielshow präsentieren. Das "Glücksrad" war für die Berlinerin das Sprungbrett für ihrer weitere TV-Karriere. Auf eigenen Wunsch verließ sie 1998 die Sendung, um sich anschließend der Schauspielerei zu widmen. Seitdem ist sie in der ARD-Serie "In aller Freundschaft" bis heute als Krankenschwester "Yvonne Habermann" zu sehen. Für den Teleshopping-Sender QVC präsentiert Gilzer seit 2009 eine eigene Modelinie. Im vergangenen Juli gab die 53-Jährige ihre Trennung von Ehemann Egon F. Freiheit bekannt, mit dem sie seit 2010 verheiratet, aber schon seit mehr als 20 Jahren liiert war.

Für Sonya Kraus sorgte das "Glücksrad" ebenfalls für ihren Durchbruch im deutschen Fernsehen. Sie löste im Jahr 1998 Gilzer ab und drehte fortan bis 2002 die Buchstaben an der Rätselwand um. Heute ist sie vor allem als Moderatorin bei TV-Produktionen wie der "TV total! Wok-WM" von Entertainer Stefan Raab auf ProSieben zu sehen. Ihre jedoch größte TV-Präsenz hatte die Frankfurterin direkt im Anschluss an ihre "Glücksrad"-Karriere, als sie auf ProSieben ihre eigene Show "talk talk talk" von 2000 bis 2011 moderierte. Seit 2006 versuchte sich die Blondine auch in einigen ProSiebenSat.1-Eigenproduktionen als Schauspielerin, ehe sie 2008 eine Hauptrolle am Frankfurter Theater übernahm. Neben ihrer Karriere im Fernsehen, schreibt Kraus seit 2007 aber auch Ratgeber und kann als Autorin bereits auf vier Bücher verweisen. Zudem entwirft die engagierte Tierschützerin zusammen mit dem Dessous-Hersteller Hunkemöller eine eigene Bikini-Kollektion.

Es ist vielleicht nicht bei allen die ganz große Karriere geworden, aber das "Glücksrad" hat ihnen den Weg bereitet, um sich auch abseits der Spielshow beweisen zu können. Das Spiel mit dem Rad hat also allen etwas Glück gebracht.