Auringen
Brutale Attacke

Therapiehund "Aiko" beim Gassigehen mit krankem Frauchen brutal niedergestochen - Petition fordert Gesetzesänderung

Rund eine Woche nach dem gewaltsamen Tod des Therapiehundes "Aiko" im hessischen Auringen, fordert eine Online-Petition eine Gesetzesänderung. Ein 21-Jähriger soll den Hund mit einem Messer niedergestochen haben. Sein Frauchen musste hilflos dabei zusehen.
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Im hessischen Auringen hat ein 21-Jähriger den American Collie seiner Nachbarin erstochen. Der Collie war ein Therapiehund einer an Multipler Sklerose erkrankten Frau. Symbolfoto: pixabay.com/Kaz
Im hessischen Auringen hat ein 21-Jähriger den American Collie seiner Nachbarin erstochen. Der Collie war ein Therapiehund einer an Multipler Sklerose erkrankten Frau. Symbolfoto: pixabay.com/Kaz

Am vergangenen Donnerstag (26. September 2019) soll ein 21-Jähriger den Hund seiner Nachbarin in Auringen mit einem Messer attackiert und tödlich verletzt haben. Seit dem gewaltsamen Tod des Therapiehundes ging ein Aufschrei durch die sozialen Medien. Zahlreiche Menschen drückten ihre Anteilnahme aus. Der erstochene Hund war der Begleithund von Martina Stahl, einer Multipler-Sklerose-Patientin.

Petition nach Attacke auf Therapiehund gestartet

Die Welle der Entrüstung nach der blutigen Attacke ist gar so groß, dass eine Unterschriften-Petition ins Leben gerufen wurde. Nicole Kremer, eine Bekannte von Martina Stahl, startete am Montag eine Change.org-Petition zur Gesetzesänderung bei der Tötung von Haustieren. Denn: Da Tiere nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes rechtlich als "Sache" angesehen werden, wird die vorsätzliche Tötung eines Tieres nach dem Strafgesetzbuch als Sachbeschädigung behandelt. Anlass für die Urheber der Petition die Gesetzeslage bei tödlichen Übergriffen auf Tiere zu kritisieren.

Der getötete American Collie Aiko wurde zwei Jahre lang ausgebildet, um sein 55-jähriges Frauchen ein Begleiter sein und ihr nach einer Erkrankung neuen Lebensmut spenden, wie ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte. "Über Jahre hinweg wurde er in Kindergärten und Krankenhäusern eingesetzt, hat verschiedensten Menschen wieder Freude am Leben gebracht und ein Lächeln ins Gesicht gezaubert", schreibt Nicole Kremer in der Petition. Die 55-jährige Martina Stahl ist auf einen Therapiehund angewiesen und geht seit ihrer Erkrankung nur mit Stöcken. Deshalb konnte die Frau ihren Hund nicht an der Leine führen, was dem Nachbarn offenbar nicht passte. Es kam zur Auseinandersetzung. Wohl nicht zum ersten Mal.

21-Jähriger sticht auf Hund ein - Besitzerin muss hilflos zusehen

So kam es offenbar zu dem bösartigen Angriff auf den Begleithund während eines Spaziergangs im Wiesbadener Stadtteil Auringen. Vor den Augen der Besitzerin stach der 21-Jährige mit einem Messer auf den Collie ein. Martina Stahl musste aufgrund ihrer Krankheit hilflos zusehen und ist seitdem am Boden zerstört, wie Change.org in einer Pressemitteilung deutlich macht. Die Initiatorin der Petition fordert von Bundesjustizministerin Christine Lambrecht, das Tierschutzgesetz anzupassen. Tiere sollen demnach als als Lebewesen anerkannt werden.

"Ein gezielter Stich ins Herz und sein Leben war vorbei. Ein Tier, das so vielen Menschen half, verliert auf brutale Weise sein Leben durch einen Menschen, der scheinbar noch nicht begriffen hat, dass Tiere keine 'Sachgegenstände', sondern Lebewesen mit Gefühlen sind", wird die Initiatorin Nicole Kremer zitiert.

In der Zwischenzeit haben bereits mehr als 26.000 Menschen die Aufforderung auf Change.org unterzeichnet.

Dieser Fall sorgte vor Kurzem auch für Aufsehen: